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Marburg Literarische Schnitzeljagd
Marburg Literarische Schnitzeljagd
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18:09 17.09.2013
„Wer die Wahl hat...“: Das politische Engagement der Dichter war Thema im Literatur-Quiz mit Peter Härtling. Rechts daneben: Die Autorin Irene Ruttmann.Foto: Bettina Preussner
Marburg

Gespannte Gesichter am Samstag im Publikum und auf dem Podium: Gleich würde die Live-Sendung „Literatur im Kreuzverhör“ im Radio starten. Und schon begrüßte Peter Härtling freundlich seine Zuhörer zu einer „belletristischen Schnitzeljagd“. Motto der Sendung: „Wer die Wahl hat...“.

Der Schauspieler Peter Heusch las eine Passage aus einem literarischen Werk vor, und das Rateteam sowie die Zuhörer im Saal und vor den Radios mussten den Verfasser erraten. Auf dem Podium saßen neben Peter Härtling, der die Texte ausgesucht hatte, unter anderem die Autorin Irene Ruttmann, der Literaturkritiker Uwe Wittstock und der Germanist Ulrich Karthaus. Das Thema Wahlen werde uns in den nächsten Tagen noch mehr „echauffieren“, sagte Härtling, der mit Charme und Humor durch die Sendung führte.

Los ging es mit einem Auszug aus dem „Tagebuch einer Schnecke“ von Günter Grass. Es entspann sich ein Gespräch über Grass‘ jahrelanges Engagement für die SPD. Interessant war zu erfahren, dass in der Ära Brandt viele Schriftsteller Reden für Politiker schrieben. Härtling selbst schrieb damals für Fritz Erler. Fast alle Autoren hätten sich damals politisch engagiert, erklärte Irene Ruttmann. Heute sei das ja ganz anders. Mit Bezug auf den aktuellen Wahlkampf bemerkte Peter Härtling: „Die Monochromie, mit der wir uns heute auseinandersetzen, ist etwas ermüdend.“

Der zweite Text stammte aus einem Aufsatz von Heinrich Mann, wie ein Radiohörer sofort erriet. Heinrich Mann legt darin seinem Bruder Thomas Mann nahe, sich stärker in die Politik einzumischen. Thomas Mann wurde ein engagierter Gegner Hitlers.

Um politisches Engagement ging es auch in dem Auszug aus einem Brief von Ludwig Uhland. Uhland war Dichter und gleichzeitig Parlamentarier in der Paulskirche, ein überzeugter Kämpfer für die Demokratie. Im Laufe des Gesprächs um Uhland wurde erwähnt, dass auch die Buchhandlung Elwert ein historischer Ort sei. Hier sei nämlich früher die Druckerei untergebracht gewesen, in der Büchners „Hessischer Landbote“ gedruckt wurde.

Von Wilhelm Grimm stammte ein weiterer Briefauszug. Er richtete sich an den Bruder Jacob Grimm, der damals im deutschen Parlament saß. Zu Grimms Zeiten habe man im Parlament noch geweint, erzählte Irene Ruttmann. „Denken Sie, dass auch Herr Rösler manchmal weint?“ fragte Peter Härtling unter dem Gelächter der Zuhörer.

„Wahlen können durchaus anregend sein“, bemerkte Härtling am Schluss und bekannte, dass er bei der Auswahl der Texte manches gelernt habe. Das Marburger Publikum dankte ihm mit viel Beifall.

von Bettina Preussner

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