Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Lied vom Mardertod

Kultur Lied vom Mardertod

Man nehme Texte von Erich Kästner und von Robert Gernhardt, füge eine Prise Klamauk und noch einen Löffel Schlager hinzu: Fertig ist das Programm der Marburger Lyrikkompanie.

Voriger Artikel
Ein Roman, kein historischer Essay
Nächster Artikel
Reise ins All: In 90 Minuten um die Erde

Jürgen Helmut Keuchel (von links), Peter Rollenske, Carsten Beckmann und Stefan Piskorz gaben als Marburger Lyrikkompanie nicht nur Gedichte, sondern auch Schlager zum Besten.

Quelle: Tanja Hamer

Marburg. Die Marburger Lyrikkompanie zeigte am Samstag im Szenario im Auflauf, dass Literatur auch anders als in trockenen Lesungen dargeboten werden kann. Und das heißt nicht, dass die Werke der von ihnen zitierten deutschen Dichter weniger zur Geltung kamen.

Die im lockeren Wechsel mit musikalischen Darbietungen vorgetragenen Gedichte und Texte waren zum Großteil von Kästner und Gernhardt. Nur ein paar „Gast-Gedichte“ waren im Programm, darauf wurde jedoch jeweils verwiesen. Gemäß dem Motto „Dann geh doch“, befassten sich viele der Gedichte mit Beziehungen zwischen Mann und Frau, wobei die Frau nicht selten weniger gut wegkam.

Immer wieder kamen Perücken und ganze Verkleidungen zum Einsatz. Sehr überzeugend war dabei Jürgen Helmut Keuchel als „Animierdame“, die laut dem von Erich Kästner geschriebenen Chansons für ein paar Whiskeys schon zu haben ist. Die resolute „Dame“ begab sich dazu in den Thekenbereich des Szenario, was zu besonderer Erheiterung beim Publikum sorgte.

Das Titelstück „Dann geh doch“, frei nach einem Schlager von Howard Carpendale, wurde von Peter Rollenske in seiner oberlehrerhaften Art weniger gesungen als eher sprechgesungen, womit er die Zuschauer zum Tränen-Lachen brachte. Nicht fehlen durfte der berühmte „Mardermörder“ von Gernhardt, dessen von Rollenske im Cowboylook dargebotene Rezitation von „Spiel mir das Lied vom Tod“ begleitet wurde.

Zur Zugabe ließen sich die vier Künstler nicht lange bitten. Und zu allerbester Letzt gab es noch die Max-und-Moritz-Parodie „Ein Streich von Pat und Doris“, die mit ihrem Busenattentat den guten Professor „Teddy“ Adorno brüskierte.

von Tanja Hamer

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Mittwoch in der Printausgabe der OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg