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Marburg Leiser Abschied von einer Institution
Marburg Leiser Abschied von einer Institution
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19:59 09.08.2011
Arbeitsgerichtsdirektor Hans Gottlob Rühle steht in seinem Arbeitszimmer. Jede freie Fläche ist mit Kunst bedeckt. Quelle: Uwe Badouin

Marburg. Der von Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn forcierte Umzug des Marburger Arbeitsgerichts nach Gießen hat nicht nur Auswirkungen auf die Arbeitsgerichtsbarkeit und die Wirtschaft.

Gravierend sind die Folgen auch für die heimische Kunstszene, denn Arbeitsgerichtsdirektor Hans Gottlob Rühle hat das Gericht seit 1988 zu einem für Künstler und Kunstliebhaber sehr attraktiven Ausstellungsort gemacht.

Kunstliebhaber Rühle präsentierte damals eine Schau mit zwei Graffiti-Sprayern aus Stadtallendorf. Felix Müller und Hagen Fisbeck hießen die in der Kunstszene völlig unbekannten jungen Männer, deren Kunst bei Hausbesitzern nicht sonderlich wohlgelitten war und ist. „Die beiden bekamen in der Folge sogar Aufträge“, erinnert sich Rühle in seinem Büro.

Dort ist zu sehen, was in den folgenden 13 Jahren aus dem Arbeitsgericht wurde: ein Museum mit regionaler Kunst. „Das hat sich so entwickelt, das war nicht so geplant“, sagt Rühle. Wohl von jedem Künstler und jeder Künstlerin, die er seither präsentierte, hängt mindestens ein Bild an den Wänden des Gerichts: 60 sind es allein in seinem Arbeitszimmer, rund 110 im Sitzungssaal I und noch einmal knapp 50 im Sitzungssaal II.

von Uwe Badouin

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