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Legende aus dem Jungbrunnen der Bronx

Konzert im KFZ Legende aus dem Jungbrunnen der Bronx

Für viele Fans sind sie eine Legende: „24-7 Spyz“ aus dem New Yorker Stadtteil Bronx. Für einen Abend stiegen sie im KFZ ab.

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Auch nach 20 Jahren klingen sie noch frisch und unverbraucht: „24-7 Spyz“ aus New York im Kulturladen KFZ.

Quelle: Jan Bosch

Marburg. Wer hätte gedacht, dass die Jungs es nach 20 Jahren noch so drauf haben! Raffen sich Bands im Alter nochmal zu einer Re-Union-Tour auf, wird es oft ein trauriger Anblick. Die Bronx allerdings scheint jung zu halten, die vier Homies von 24-7 Spyz kommen, wie in den frühen 90ern, mit schiefen Baseballcaps und weiten Hosen daher.

Von ihrer Power haben sie kein Stück eingebüßt. Die meisten der etwa fünfzig Zuschauer, die sich am Mittwochabend im Kulturladen KFZ eingefunden hatten, kannten „24-7 Spyz“ noch aus ihrer Jugend. Die Stimmung war hervorragend, alle warteten gespannt, was die Inspirationsquelle vieler Crossover-Bands des auslaufenden Jahrtausends noch drauf hatten – und wurden keinesfalls enttäuscht!

Die Pioniere des Heavy-Metal-Soul schieben mit ihrem Sound noch immer kräftig nach vorne, vielleicht sogar noch ein bisschen mehr als früher. 1986 gegründet, 1998 aufgelöst, 2003 wiedervereinigt und heute in Urbesetzung ihres legendären Albums „Strength in Numbers“ von 1992 wieder auf Tour.

Sie waren schon immer ein Geheimtipp, der Power ihres Crossover aus Soul, Funk und Metal kann man sich nicht entziehen.

Vom ersten Takt herrschen rasante Tempowechsel zwischen ruhigen Soulpassagen und deftigen Metal-Riffs vor. Prägend für den Sound ist Rick Skatore, der seinen Viersaiter im Wechsel die Seele aus dem Leib prügelt oder funkig den Daumen an die Saiten schlägt. Raumgreifend nutzt Sänger Jeff Brodnax jeden Zentimeter der Bühne, während er mit dem Mikro in der Faust umherspringt und gegen die Ungerechtigkeit schreit. Die Musik der „Spyz“ war schon immer politisch motiviert, kein Thema vor dem sie zurückschrecken.

Die Fender wirkt in Relation zur Leibesfülle von Jimi Hazel ein wenig verloren. Der Afro-Amerikaner zaubert harte Powerchords auf den Bünden, die selbst der taubste Zuhörer noch mitbekommen würde, gepaart mit groovigen Funkpassagen. Zwischen den Songs immer wieder amüsante Kommentare, dass jetzt der „Easy Listening Part“ beginne und dass die Zuschauer ja sicher nur zum Biertrinken gekommen seien.

Dabei nippt er genüsslich an einem Viertele Rotwein und schwingt das Plektron in die Saiten, dass die Wände wackeln. Sichtlich geschwitzt, aber mit dem glücksentrückten Lächeln eines Leistungssportlers, drischt Drummer Joel Maitoza auf alles, was aus Blech oder mit Fellen bespannt ist. Die rasante Doublebase ist dabei sein permanenter Begleiter. Die Fans, viele mit alten Spyz-T-Shirts, feierten ihre Helden bei jedem Song.

Im Sommer planen die Vier von „24-7 Spyz“ Auftritte auf einigen Festivals. Ihr Sound ist heute noch so frisch und unverbraucht, wie vor zwei Dekaden.

von Jan Bosch

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