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Marburg Kein Mitleid mit Gehörgängen
Marburg Kein Mitleid mit Gehörgängen
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15:26 07.06.2017
Sänger und Bassist Christoph Wieczorek sorgt mit seiner Band „Red Apollo“ für Dezibel-Explosionen. Quelle: Benjamin Kaiser
Marburg

Von den drei Bands des Metal-Abends am Freitag im KFZ ist „Red Apollo“ die mit den deutlichsten melodischen Elementen. Auch ruhige Phasen mit fast schon sinnlichen Elektrogitarrensounds serviert sie. Aber dann wieder die Dezibel-Explosion: Ein halbes Dutzend gut gelaunter Fans, fast alle tragen Ohropax, springen wie von Sinnen in Bühnennähe herum und gerne auch mal gegeneinander – das übliche „Pogen“ bei Metalkonzerten.

Ähnlich verhalten sich die 40 Zuschauer auch bei der Band „Abest“, die quasi gar kein Mitleid mit Gehörgängen hat – sehr zur Freude des Publikums. Auch die Band „Depravation“ bedient sich nicht des lieblichen Gesangs, sondern vielmehr des grollenden Gebrülls. Das ist nach Ansicht von Frontmann Jonas Kehl, der auf der Bühne dreinblickt, als wolle er töten, aber nicht dramatisch.

„Unsere Texte sind ohnehin nicht gut“, lacht er. Unangenehm soll die Musik sein. Den Alltagsfrust soll sie verkörpern und das Geschrei dem seelischen Schmerz Luft machen. „Gefälligkeit geht gar nicht, sondern die Musik muss schmerzhaft sein“, erklärt Kehl.

von Benjamin Kaiser