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Marburg Lange Suche nach würdigem Standort
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18:22 03.09.2013
Für Friedemann Korflür war die Einweihung des links im Hintergrund stehenden Kunstwerks „Große verschobene Röhren“ der Mutter Hanna ein besonderer Tag.Foto: Thorsten Richter Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Auch Kunstwerke haben eine Geschichte, manche sogar eine bewegte. Im Fall der Skulptur „Große verschobene Röhren“ der Marburger Künstlerin Hanna Korflür (1925-1993) trifft dies zu. So fand das Werk erst auf Umwegen zu einem, nach Ansicht der Verantwortlichen, würdigen Platz.

Aufgestellt und eingeweiht wurde die Skulptur am vergangenen Freitag im Park der Vitos Klinik Marburg. Dort soll sie jenes empfindliche Gleichgewicht ausdrücken, in der sich der Mensch befindet. Zwischen Harmonie und Bedrohung, Idylle und harter Realität, als Hoffnungsträger mit einem offenen Ende.

„Kunst stellt in unserem Park etwas Wichtiges dar. Die Verschobenheit macht die Skulptur erst perfekt“, sagte Professor Matthias J. Müller, Ärztlicher Direktor des Vitos Klinikums Gießen-Marburg.

Patienten und Besucher können nun die 3,5 Meter hohe Skulptur betrachten. In der Umgebung mit der „sich verändernden Natur des Parks“, meint der Kasseler Kunsthistoriker Dr. Harald Kimpel, hätten die Röhren nun einen besseren Platz bekommen als an der Nordseite der Stadthalle, wo sie fast 30 Jahre stand.

Die Skulptur besteht aus drei Edelstahl-Röhren, bei denen im unteren Bereich einzelne Scheiben verschoben sind, sodass deren Halt und das Gleichgewicht gefährdet zu sein scheinen.

Jener Bruch im Ganzen, der sowohl stabil als auch instabil wirke, stelle ein gutes Symbol für ein Krankenhaus dar. So „geben sich die Röhren gegenseitig Halt, wie nach dem Motto: einer für alle, alle für einen“, schlussfolgerte Kimpel.

Für die Familie Korflür stellte die feierliche Einweihung der Skulptur einen besonderen Moment dar.

So betonte Friedemann Korflür, der Sohn der Künstlerin: „Der heutige Tag ist ein besonderer Tag für unsere Familie, denn die Skulptur darf jetzt wieder offiziell einen würdigen Platz einnehmen.“

Durch die bauliche Erweiterung der Martin-Luther-Schule mussten die circa 85 Kilogramm schweren Röhren weichen, ein „trauriger Umgang mit städtischer Kunst“, wie Kimpel behauptete. Zwischengelagert im Schlosspark hinter der Freilichtbühne, einer, nach Meinung Friedemann Korflürs, „grünen Hölle“, schien dies auch eine Art Endlager zu sein. Zumal letztendlich der Zahn der Zeit an den Röhren genagt habe und sie zu rosten begannen.

Mit Hilfe der Familie und durch die Zusammenarbeit mit der Vitos Klinik, steht sie seit vergangenen Jahr im aufgearbeiteten Zustand wieder im Freien.

Die Protagonisten waren sich einig, dass Hanna Korflür dies gefallen würde. Die Künstlerin, die an Krebs erkrankt war und 1993 starb, setzte sich in ihren Arbeiten mit gesellschaftlichen Themen auseinander.

Korflür war lange Zeit Vorstandsmitglied des Marburger Kunstvereins.

von Matthias Weber

Sie hat Durst. Ihr Leben lang schon. Trinken darf sie nur wenig. Ihre Nieren sind erbsengroß, arbeiten nicht mehr. Für Birgit Priester gehört die Dialyse seit 40 Jahren zum Leben dazu. Mehr noch: Sie schenkt ihr Leben.

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