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Marburg Landestheater braucht langen Atem für „Marburg liest Proust“
Marburg Landestheater braucht langen Atem für „Marburg liest Proust“
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18:37 06.09.2016
Monika Balz (vorne) hat beim Auftakt der Lesereihe zu Marcel Proust gerade Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach abgelöst. Quelle: dpa/Ullstein, Uwe Badouin
Marburg

Marcel Prousts Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ ist ein solcher Klassiker. Bis zu seinem Tod 1922 hat der 1871 in Paris geborene Schriftsteller fast 14 Jahre an seinem ungeheuer komplexen und ungeheuer umfangreichen Hauptwerk gearbeitet. Den kompletten siebenbändigen Roman zu lesen ist echte 
 Arbeit, das macht man nicht eben mal so nebenbei.

Das Hessische Landestheater, dessen Spielzeitmotto „Aus der zeit fallen“ lautet, hat am Montagabend im Erwin-Piscator-Haus ein Mammutprojekt gestartet, für das ein wahrhaft langer Atem nötig ist: „Marburg liest Proust“. Das Theater wagt sich gemeinsam mit freiwilli­gen Vorleserinnen und -lesern an die „Suche nach der verlorenen Zeit“.

4195 Seiten stehen auf dem Programm, 36 Montagabende, jeweils vier Stunden von 18 bis 22 Uhr – das macht zusammen 144 Stunden Proust. Dann soll der Roman, ein labyrinthisches Werk, in dem man sich leicht verlieren kann, geschafft sein. Theatersprecherin Diana König spricht von einer „Perle, die den Alltag füllt“.

Den Auftakt machte am Montag Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach. Gut 50 Zuhörer waren 
in den Panorama-Saal des 
Erwin-Piscator-Hauses gekommen, wo aufgrund des Interesses zum Auftakt noch Stühle herangeschafft werden mussten. Es folgten am ersten Abend Monika Balz, Martin Meier und Joachim Fleing.

Das Landestheater sucht weitere Interessenten, die jeweils eine Stunde Zeit für die „Suche nach der verlorenen Zeit“ haben. Besucher können übrigens kommen und gehen, wie sie wollen. Der Eintritt ist frei. Interessierte Leser können sich unter der E-Mail-Adresse proust@theater-
marburg.de melden.

von Uwe Badouin