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Marburg Lächelnde Tiger und Lotusblüten
Marburg Lächelnde Tiger und Lotusblüten
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17:52 21.05.2012
Gekleidet in klassischen südkoreanischen Trachten präsentierten sich die Künstlerinnen aus Südkorea bei der Ausstellungseröffnung mit dem Pianisten Sascha Dürfeldt. Die in Südkorea sehr populäre Künstlerin Lee JiHyang (rechts) zeigt Besuchern ihre Kunst.F
Stadtallendorf

„Wir haben eine feine, interessante Ausstellung hinbekommen“, erklärt Michael Feldpausch, Ausstellungsleiter des Kulturkreises Stadtallendorf und Vorsitzender der Künstlervereinigung Marburg-Biedenkopf. Seine Verbundenheit mit der fernöstlichen Kultur zeigte Michael Feldpausch bei der Vernissage am Mittwochabend auch äußerlich: Er war in einen traditionellen koreanischen Hausanzug geschlüpft, den er von einer Reise nach Südkorea mitgebracht hatte.

2009 trafen sich zum ersten Mal koreanische und deutsche Künstler im Rahmen eines deutsch-koreanischen Kulturaustausches - zuerst in Marburg und dann in Gwyngju (Südkorea). Entstanden war der Austausch über die Künstlervereinigung Marburg-Biedenkopf. Überrascht worden war der Kulturkreis Stadtallendorf ob der großen Anzahl der mitgebrachten Werke, deshalb verzichteten die heimischen Künstler darauf, eigene Werke zu zeigen. „So ist es jetzt eine fast reine koreanische Ausstellung geworden“, betonte der zweite Vorsitzende Gerhard Ehrlich, der durch den Abend führte. Ergänzt wird die Ausstellung nur von zwei Skulpturen der heimischen Künstlerin Lydia Bayer. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von dem Pianisten Sascha Dürfeldt.

Eine wichtige Rolle während des Austausches übernimmt Dolmetscherin Yuna Kim, denn die Gäste sprechen nur wenig Englisch. Lee, Kyu Wan, der Vorsitzende der „Korean Fine Art Association“ hob in seiner Ansprache die große Bedeutung des „Austausches der Kulturen“ hervor.

Die Ausstellung zeigt 60 Werke, neben traditionelle Volksmalerei auch zeitgenössische Kunst aus Südkorea. Im Gegensatz zur klassischen europäischen Malerei legt die koreanische den größten Wert auf die Vermittlung einer bestimmten Stimmung, die den Betrachter in den Bann ziehen soll. Landschaften, insbesondere markante Berge und Wasserläufe, gemalt auf Reispapier, sind beliebte Motive. Naturalistische Bilder zeigen Blumen, Vögel und auch Tiger.

Gekleidet in der traditionellen koreanischen Tracht „Hanbok“, deren Schönheit darin liegt, dass durch Volumen Glanz und Eleganz entstehen, setzen die weit gereisten Künstlerinnen während der Ausstellungseröffnung besondere Glanzlichter. Suh MinJa und Lee JiHyang etwa begeisterten mit einer Mal-Performance. Federleicht und anmutig führten die Künstlerinnen die Pinsel über das Papier und malten mit wenigen gekonnten Strichen einen lächelnden Tiger und eine erblühende Lotusblume, deren Symbolkraft Austausch-Projektleiterin Johanna Krämer erläutert. „Die Lotusblume steht sinnbildlich für den Kulturaustausch zwischen Korea und Deutschland, wie die Blume so soll sich der Austausch entfalten“, so Krämer.

Die Ausstellung in der Stadtallendorfer Stadthalle ist noch bis zum 25. Mai außer Montag von 15 bis 18 Uhr zu sehen.

von Karin Waldhüter