Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Kuppe trägt Klang in Zuhörer-Herzen

Kantorei der Elisabethkirche Kuppe trägt Klang in Zuhörer-Herzen

Bezirkskantor Nils Kuppe hatte Werke von Bach, Hindemith und Mozart ausgewählt, die sich mit dem ewigen Leben beschäftigen.

Voriger Artikel
Gespräche über Sucht auf Augenhöhe
Nächster Artikel
Die Sammelwut der Spitzel

Die Kantorei der Elisabethkirche sang am Sonntag vor 600 Besuchern unter anderem das berühmte Requiem von Mozart.

Quelle: Helmut Rottmann

Marburg. Zum Auftakt erklang mit „Jesu, meine Freude“ Bachs abwechslungsreichste und ausdrucksstärkste der sechs Motetten.

Mittig darin ertönte die fünfstimmige Fuge „Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistig“ als zentrale Aussage mit sinnbildlichen Koloraturen.
Bewundernswert war die Leichtigkeit und Wendigkeit des großen Chors bei den dynamischen Kontrasten auf engstem Raum, der hohen Textverständlichkeit sowie der enormen Spanne von einfühlsamer bis expressiver Ausdeutung.

Das Kammerorchester Marburg begleitete aufmerksam und engagiert, aber etwas farb- und glanzlos. Ganz anders bei Hindemiths anrührender „Trauermusik“: dunkel gefärbt, mit Schmelz im Ton. Der Solobratschist Joachim Schwarz griff ihn kongenial auf. Es entwickelte sich ein empfindsames Wechselspiel zwischen einschmeichelnden Soli voller Farbbrillanz, zartem Ton in kleiner Orchesterbesetzung und zupackend gespieltem Forte im Tutti.

Glanzvoller Abschluss war Mozarts „Requiem“ in düsterem d-Moll, in dem das dunkel gefärbte Orchester ohne die hohen Holzbläser neben dem Fagottpaar verstärkt wurde durch die beiden Bassetthörner, deren Klang Mozart geliebt haben soll.

Der Kantorei der Elisabethkirche mit dem Marburger Kinderchor gelang eine in sich geschlossene und ergreifende Interpretation: Gänsehautgefühl von Anfang bis Ende. Wie schon bei der Bach-Motette in den Choralstrophen und Chorsätzen bildeten die Kantorei und der Kinderchor auch beim Mozart-Requiem einen schön austarierten Chorklang in den homophonen Passagen, wobei die wechselnde Charakteristik einfühlsam verdeutlicht wurde.

Das Kammerorchester Marburg, verstärkt durch eine exzellente Bläsergruppe, spielte mit beeindruckender Klangintensität, von der sich die Kantorei der Elisabethkirche inspirieren ließ.Die fugischen Passagen gestaltete der Chor schlank und durchhörbar. Auch hier überzeugte der Sopran mit hellem und klarem Ton. Der Alt bezauberte mit Wärme und Geschmeidigkeit. Der Tenor konnte sich immer wieder gut in Szene setzen. Der Bass war meist das tonal sichere Fundament.

von Helmut Rottmann

Mehr lesen Sie am Dienstag in der Printausgabe der OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel