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„Kunst in Begegnung“

Ausstellung „Kunst in Begegnung“

Noch bis zum 7. März sind 42 Arbeiten der 16 heimischen Künstler im Marburger Rathaus zu sehen, die ausgezogen waren, ihre Kunst in der südkoreanischen Millionenstadt Gwangju vorzustellen.

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Gisela Weiß mit ihrer Serie.

Quelle: Christine Krauskopf

Marburg. Die Künstler hatten zum Thema „Menschenrechte“ gearbeitet. Die Ergebnisse sind so vielfältig wie die mögliche Definition des Stichworts: Wolfgang Korns Gruppe buddistische Mönche, deren Lippen gar nicht oder nur angedeutet zu sehen sind, scheinen zu einer schweigenden Menge gleichgeschaltet zu sein. Auf großes Interesse stießen in Südkorea Johanna Krämers Gemälde, die vor Farbigkeit und Energie nur so strotzen. Die Malerin hat ihre Bilder mit Titeln und kleinen Texten versehen, die erklären, dass Mut, Kraft, Vertrauen und Frieden eng mit der Würde des Menschen und seiner und der Natur verbunden sind. Darüber der Stacheldraht.
Anno Henke nennt sein treiteiliges Bild „Draußen ich“, „Zwieling“ und „Draußen du“. Zu sehen sind nach oben ausgestrecke Arme, die inmitten einer großen Hochhausstadt in den Sternen nach Hilfe rufen zu scheinen.
Seine Mutter Annegrete Henke-Reinartz steuert die sicherlich eindringlichsten Werke zur Ausstellung bei: Die Trauer einer Mutter und auf einem zweiten Bild Soldaten, die eine Menge Menschen mit Maschinengewehren in Schach halten. Sie spielt damit auf das Massaker von Gwangju an. 1980 reagierte die Regierung auf den Wunsch nach mehr Demokratie mit Festnahmen, mehr als 1 000 Menschen wurden verletzt oder gar getötet. Das dritte Bild in der Reihe zeigt einen kleinen Jungen, der ein Buch liest inmitten eines bunten Blumenmeers. Täuscht der friedliche Schein? Darf er denken, was er will?

Insgesamt hatten die Künstler 120 Bilder in Gwangju gezeigt. Zehntausende Besucher, insbesondere viele Studenten und Professoren und Schulklassen interessierten sich dort für die Arbeiten, die unter dem Titel „Brief aus Deutschland“ zu sehen waren.

von Christine Krauskopf

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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