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Kunst im Zeichen der Banane

Ausstellung im Kusntverein Kunst im Zeichen der Banane

„Putin ist Banane“ stand über dem Rednerpult groß und breit zu lesen. Und um Bananen ging es auch in den Reden zur Eröffnung von Thomas Baumgärtels Bilderschau im Kunstverein.

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Nie ohne Banane: Die Spraybanane ist das Markenzeichen von Thomas Baumgärtel. Foto: Preussner

Marburg. Überall Bananen, so weit das Auge reicht: vor dem Kölner Dom, unter dem Brandenburger Tor, im Haar von Lady Di und auf der Nase von Mike Zuckerberg. Thomas Baumgärtel, weltweit erfolgreicher Künstler aus Köln, hat sein Thema gefunden. Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt sich der Mann in seinen Arbeiten mit der Banane, und immer noch fallen ihm neue Variationen ein. Zuletzt erfand er den sogenannten Bananenpointilismus.

Am Freitagabend bildete sich schon vor der Eröffnung der Ausstellung im Kunstverein eine Traube von Bewunderern um den Künstler, der wort- und gestenreich seine Werke erläuterte. Manche ließen sich sogar Autogramme geben. Dr. Gerhard Pätzold, Vorsitzender des Kunstvereins, begrüßte Thomas Baumgärtel herzlich als „Deutschlands bekanntesten Sprayer.“ „Seit 1986 ist die Spraybanane das Markenzeichen von Thomas Baumgärtel“, erklärte Pätzold. „Sie markiert die Kunstorte in aller Welt.“

Dr. Michael Euler-Schmidt wies darauf hin, dass die ersten Aktionen von Baumgärtel nicht nur Freudenschreie ausgelöst habe.

Die gesprühte Banane galt als Graffito und somit als Beschmutzung und Sachbeschädigung. „Baumgärtels Banane stellte den Kunstbegriff in Frage.“ 1990 errichtete der Künstler dann seine erste Großplastik, 2010 entstanden die ersten Stillleben in Anlehnung an alte Meister. Die aktuellen Bilder von Baumgärtel setzen sich aus bis zu 20000 aufgesprühten Bananenstielen zusammen.

Der Künstler sei immer auch ein Aktivist und Provokateur gewesen, erklärte der Redner weiter. Früh habe sich Baumgärtel kritisch mit der Kirche auseinandergesetzt, indem er eine Banane ans Kreuz nagelte. Die Markierung von Kunstorten sei ein weiterer Schritt gewesen.

Auch in Marburg war der Künstler am Samstag losgezogen, um Kunstorte mit der Banane zu kennzeichnen. Markiert wurden der Kunstverein und die Galerie Schmalfuß. Seine Spraybananen seien für Kunstorte das, was Michelin-Sterne für Restaurants seien, sagte Baumgärtel einmal selbstbewusst.

Sehr positiv fielen die Reaktionen der ersten Ausstellungsbesucher aus. „Die Idee mit der Banane ist total witzig“, erklärte eine Besucherin. „Erstaunlich, wie vielfältig man sie einsetzen kann.“

Und eine andere meinte: „Die Ausstellung ist lustig, ein bisschen respektlos und sehr vielseitig. Das Ganze ist toll gemacht!“

Die Schau ist noch bis zum 18. Oktober zu sehen, geöffnet Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr, Mittwoch 11 bis 20 Uhr.

von Bettina Preussner

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