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Kunst im Wert von vielen Millionen Euro vermacht

Katalog zur Sammlung Eitel Kunst im Wert von vielen Millionen Euro vermacht

Die beeindruckende, 57 Kunstwerke umfassende Sammlung Eitel wird heute Abend um 18 Uhr im Universitätsmuseum vorgestellt - vorerst "nur" im Katalog, nach Beendigung der Museumssanierung dann im Original.

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„Trauriger Frauenkopf“ von Ernst Ludwig Kirchner aus dem Jahr 1928/29 ist das älteste Werk in der „Sammlung Eitel“, die die Marburger Sammlerin dem Universitätsbund mit der Auflage vermacht hat, sie im Universitätsmuseum auszustellen.
Foto: Philipps-Unive

Marburg. Die Sammlung Eitel ist eine außergewöhnliche und umfangreiche Kunst-Schenkung. Die Marburger Unternehmerin Hilde Eitel (1915 - 2010) hat sie bereits vor 17 Jahren dem Marburger Universitätsbund vermacht. Damit verbunden ist die Auflage, die Sammlung angemessen im Universitätsmuseum zu präsentieren. Sie umfasst 57 Kunstwerke, überwiegend Malerei, aber auch Papierarbeiten, Plastiken und Skulpturen. Das Spektrum reicht vom abstrakten Expressionismus bis zur monochromen Malerei. Die Arbeiten stammen von namhaften Künstlern wie Josef Albers, Emil Schumacher, Henry Moore oder Erst Wilhelm Nay. Der Schwerpunkt liegt auf der Kunst der Nachkriegsjahre in Europa, mit einigen zeitlichen „Ausreißern“.

Der Wert der Kunstwerke ist schwer abzuschätzen, weil er sich in der Regel erst auf dem Kunstmarkt ermitteln lässt. Dr. Christoph Otterbeck, Direktor des Museums für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität, spricht von einer „millionenschweren Sammlung“

Von heute an können Kunstinteressierte mit dem umfangreichen Katalog einen Einblick in die Sammlung gewinnen: Die Kunstwerke selbst werden erst nach Abschluss der Sanierung des Ernst-von-Hülsen-Hauses der Öffentlichkeit präsentiert, also vermutlich frühestens im Herbst 2015.

Der 164 Seiten starke Katalog, erschienen im renommierten deutschen Kunstverlag Hatje Cantz, vermittelt allerdings einen eindrucksvollen Überblick über die Sammlung. Hilde Eitel hat seit den 1950er Jahren Kunst der Nachkriegsjahre gesammelt. Zunächst als Inspiration für ihr eigenes Schaffen als Koloristin und Gestalterin, zunehmend aber mit dem Gedanken ihre private Kunstsammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Sammlung wurde in aller Stille zusammengetragen

Die nach Hilde Eitels Vater benannte Bertram-Schaefer-Stiftung hat den Katalog finanziert. Er stellt sämtliche Werke mit hochwertigen Farbabbildungen auf bestem Druckpapier vor. Jedes Werk wird von Kunsthistorikerinnen und Kunsthistorikern kommentiert. Die Redaktion lag in den Händen der ehemaligen Direktorin des Universitätsmuseums Dr. Agnes Tieze und Ludwig Rinn, der Hilde Eitel viele Jahre lag beim Ankauf von Kunstwerken beraten hat.

„Die Sammlung Eitel wurde in aller Stille, ein jedes Stück aus einer eingehenden Zuwendung der Sammlerin und - seit 1984 - ihres Beraters Ludwig Rinn heraus zusammengetragen, sodass sie sich als eine unverwechselbare, persönlich geprägte Galerie darbietet“, schreibt der Kunsthistoriker Professor Martin Warnke in einem Beitrag zu dem Katalog, der Bertram Schaefer gewidmet ist.

Hilde Eitel, die von der Philipps-Universität 2002 zur Ehrensenatorin ernannt wurde, hat seit Ende der 1980er Jahre sehr gezielt Kunst gesammelt, nicht zuletzt mit Blick auf eine Präsentation im Universitätsmuseum, betont Ludwig Rinn im Katalog. Für ihn ist der Katalog „ein erster Schritt“, die „Sammlung einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen“.

Das Universitätsmuseum ist derzeit wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Museumsdirektor Otterbeck hofft, dass er durch die Sanierung neue Räume für das Museum gewinnt und die alten, heute oft versperrten Rundgänge wieder reaktiviert werden können. Auch dies ist nötig, um der Sammlung Eitel, die einen neuen musealen Schwerpunkt bilden wird, den nötigen Raum zu geben.

von Uwe Badouin

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