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Kunst hilft Kindern aus Fukushima

Benefizausstellung Kunst hilft Kindern aus Fukushima

28 Künstlerinnen und Künstler helfen Schulkindern aus der Region des Unglücksreaktors Fukushima. Sie haben Kunstwerke gespendet, die vom Landkreis bis zum 29. Juni versteigert werden.

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Die Marburger Regisseurin Kerstin Weiß diskutiert bei der Ausstellungseröffnung mit Thorben Schrey von dem Quartett „StimmZoo“ über die Aktion. „StimmZoo“ begeisterte die Besucher der Vernissage mit ebenso gekonnten wie frechen Liedern.Foto: Uwe Badouin

Marburg. Das schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans und ein dadurch ausgelöster Tsunami verwüsteten am 11. März weite Teile der japanischen Ostküste. Die Naturkatastrophe war erst der Anfang: In der Folge kam es in den Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima zur Kernschmelze. Das Leid der Menschen ist bis heute kaum zu erfassen. Sie verloren Angehörige, Freunde, Nachbarn. Und ihre Heimat. Weite Gebiete sind unbewohnbar.

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hat rund 20 Schulkinder im Alter von 12 bis 14 Jahren aus der Katastrophenregion eingeladen, drei Wochen Ferien hier zu verbringen, fern von der verseuchten Heimat. Der Kreis darf den Aufenthalt allerdings aufgrund der finanziellen Schieflage nicht aus seinem Etat finanzieren, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern bei der Eröffnung. Der Kreis hat eine Spendeninitiative ins Leben gerufen: Es gab bereits ein Benefizkonzert und nun eine Benefizausstellung im Landratsamt. 28 Künstlerinnen und Künstler haben für die Ausstellung Arbeiten zur Verfügung gestellt: Malerei, Fotografie, Zeichnungen, Mischtechniken und Skulpturen.

Die Arbeiten hängen derzeit im Foyer des Landratsamtes. Sie können mittels so genannter stiller Gebote ersteigert werden. das funktioniert wie folgt: Hat sich jemand für eines der Kunstwerke entschieden, dann übermittelt er sein Angebot per Fax, per Brief oder per E-Mail mit der Summe und seiner Adresse an das Kulturamt des Landkreises. Das Kulturamt pflegt die Angebote in seine Homepage ein, so dass die Bieter jederzeit sehen können, wie sie im Rennen liegen oder ob sie höher gehen müssen. Für jedes Kunstwerk gibt es ein Mindestgebot.

Die Angebote müssen bis Freitag, 29. Juni, 11 Uhr im Landratsamt vorliegen, danach geht nichts mehr, betonte der Dr. Markus Morr, Leiter des Fachdiensts Kultur. Achtung: Es gilt nicht der Poststempel. Die Einnahmen gehen komplett an die Fukushima-Hilfe des Kreises.

„Die Unterstützung aus der Kultur für die Aktion ist sehr groß“, freute sich McGovern. Er sei überwältigt von der großen Zahl der Künstler, die sich spontan an der Aktion beteiligt hätten. „Diese Unterstützung ist Ausdruck einer ganz besonderen Kultur im Kreis“, sagt der Erste Beigeordnete. „Wir hoffen, die Kinder verleben hier eine unbeschwerte Zeit.“

Markus Morr, Leiter des Fachdiensts Kultur, betonte: „Die Ausstellung ist etwas Besonderes. Die Idee zu der Ausstellung kam von Michael Niemeyer-Milde. Innerhalb weniger Tage sagten die anderen Künstler zu, die teilweise eigens Arbeiten für die Ausstellung anfertigten.

An der Ausstellung beteiligen sich: Wolfgang Achenbach, Ingolf Anschütz, Anita Badenhausen, Doris Bönsch, Doris Conrads, Werner Eismann, Inge Eismann-Nolte, Ursula Eske, Michael Feldpausch, Horst Geist, Hilde Genz, Liesel Haber, Ulrich Harder, Harald Häuser, Annegrete Henke-Reinarz, Heike Heuser, Alfred Junker, Anke Koch-Röttering, Wolfgang Korn, Johanna Krämer, Ulrike Krappen, Gabriele Langfeldt-Feldmann, Sibylle Markl, Michael Niemeyer-Milde, Conny Pietzsch, Hans Schohl, Gerda Waha und Gisela Weiß.

Versteigerungsgebote gehen per Brief an: Kreisausschuss Marburg-Biedenkopf, Fachdienst Kulturarbeit, Im Lichtenholz 60, 35043, E-Mail: kultrur@marburg-biedenkopf.de, Fax: 06421/405-1276. Die Bilder und Gebote findet man im Internet auf: www.marburg-biedenkopf.de

von Uwe Badouin

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