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Mit Kippa und Kopftuch für religiöse Vielfalt

Kundgebung "Gesicht zeigen" Mit Kippa und Kopftuch für religiöse Vielfalt

„Gesicht zeigen“ – mit Kippa und Kopftuch: Die Jüdische Gemeinde und die Islamische Gemeinde haben am Dienstagabend zu einer Kundgebung als Zeichen für religiöse Vielfalt aufgerufen. Rund 150 Menschen versammelten sich und schlossen sich der Demonstration und der Kundgebung auf dem Rathaus an.

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Ob mit Kopftuch oder Kippa: Am Dienstag demonstrierten rund 150 Menschen auf dem Marktplatz während einer Kundgebung, dass sie für religiöse Vielfalt und Toleranz einstehen. 

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Es ist ein ernster Anlass, aus dem sich am Dienstagabend rund 150 Menschen im „Garten des Gedenkens“ zusammengefunden haben. Und doch herrscht eine fröhliche Stimmung, Herzlichkeit untereinander. Hier wird deutlich gemacht: Wir gehören zusammen, trotz aller Unterschiede, und das wollen wir auch zeigen.

Vertreter der Jüdischen und der Islamischen Gemeinde hatten gemeinsam dazu aufgerufen, „Gesicht zu zeigen“ – unter anderem mit Kippa und Kopftuch. Um ihre Solidarität zu bekunden, setzten viele weitere Teilnehmer eine blaue Kippa, die jüdische Kopfbedeckung, auf. Seit dem Angriff auf einen Kippaträger in Berlin Mitte finden als Reaktion auf Gewalt und Judenhass in vielen deutschen Städten sogenannte Kippa-Tage statt. 

Aktionstag "Gesicht zeigen - Mit Kippa, Kopftuch,..." in Marburg. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Mit dem Aktionstag am gestrigen Abend – einschließlich Demonstrationszug und Kundgebung – wollten die Organisatoren einen Schritt weitergehen, sagte Monika Bunk, zweite Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde. „Uns geht es um die Solidarität gegenüber allen Menschen. Sie haben das Recht, ihre Religionszugehörigkeit offen zu zeigen.“ Dies unterstrich auch Bilal El-Zayat, Vorsitzender der Islamischen Gemeinde.

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD), der die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hatte, sagte: „Religiös begründete Menschenfeindlichkeit nimmt in bedenklicher Weise zu.“ Daher sei es umso positiver, dass die Religionsgemeinschaften in Marburg „für- und zueinander stehen“.

Bunk bezeichnete es als eine Errungenschaft, dass ein friedlicher Austausch möglich sei – auch bei Themen, zu denen es unterschiedliche Ansichten gibt, etwa während des Gaza-Krieges. Und zu den jüngsten Auseinandersetzungen in Jerusalem während der US-Botschaftseröffnung macht etwa Samah Hefny von der Islamischen Gemeinde deutlich: „Die Kunst ist es, etwas nicht auf die Religion zu schieben, sondern auf die Menschen und die Politik.“

von Simone Schwalm

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