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Marburg Kultur soll helfen, Grenzen zu überwinden
Marburg Kultur soll helfen, Grenzen zu überwinden
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16:31 13.04.2014
Die Musik überwindet Grenzen: Die mitreißende Percussion-Gruppe von „Heimatklänge“ am Donnerstag im KFZ.Foto: Bettina Preussner
Marburg

Brechend voll war es im KFZ, als Bürgermeister Dr. Franz Kahle die Besucher begrüßte. Er betonte die Wichtigkeit einer solchen Kulturveranstaltung. „Wir sind stolz, dass über 140 Nationen in Marburg leben“, erklärte er. „Wir sollten nicht zulassen, dass Hass und Misstrauen gegen Ausländer in unserem Land die Oberhand gewinnen.“

Goharik Petrosyan, Vorsitzende des Marburger Ausländerbeirates, sagte: „Ich bin happy, sie alle hier begrüßen zu dürfen.“ Und weiter: „Die jungen Projektteilnehmer, die fast alle ohne familiäre Unterstützung in Deutschland leben, haben hervorragende Leistungen gezeigt.“

Das Projekt „Heimatklänge“ startete im September 2013. Seitdem entwickelten und probten anfänglich 25 Jugendliche und junge Erwachsene zusammen mit den Marburger Künstlern Aljoscha und Joana Tischkau sowie Amadabo Diabo Diallo eine Bühnenshow. Fast alle Teilnehmer sind Flüchtlinge und seit maximal zwei Jahren in Deutschland. Sie kommen unter anderem aus dem Kosovo, aus Afghanistan, Rumänien, Pakistan und Somalia und sind zum Teil traumatisiert.

von Bettina Preussner

Der Bühnenauftritt zum Abschluss des Projektes am Donnerstag begann mit einem kurzen, selbst gedrehten Film, in dem die jungen Leute in verschiedene Rollen schlüpfen konnten. Die fiktive Geschichte drehte sich um die Bewerbung in einer Künstleragentur und um die Proben für einen Auftritt als Sänger, Musiker oder Tänzer.

Mächtig Stimmung machte im Anschluss daran die mitreißende Percussion-Gruppe. Die siebenköpfige Trommler-Band spielte mit viel Einsatz und Energie, von Anfang an klatschten, pfiffen und sangen die Zuschauer mit. Sehr beeindruckend war auch der Rap, den ein afrikanischer Jugendlicher zum Besten gab und der seine widerstreitenden Gefühle zeigte. „Danke Deutschland, dass du mich aufgenommen hast“, hieß es da. Und weiter: „Ich vermisse meine Heimat. Als Ausländer ist es nicht einfach.“

Die folgenden Lieder wurden in verschiedenen Sprachen gesungen und sehr wirkungsvoll vorgetragen. Die Liebe spielte eine große Rolle in den oft nachdenklichen und ruhigen Songs. Schließlich gab es noch einen Hip-Hop mit Tanz, ein ausdrucksstarkes Stück zum Mitsingen und Mitklatschen. Immer wieder gab es während der Show tosenden Beifall für die jungen Nachwuchskünstler, die ihren Auftritt sichtlich genossen.

Das Projekt „Heimatklänge“ war eine Kooperation des Kulturladens KFZ mit dem Marburger Ausländerbeirat und der Adolf-Reichwein-Schule. „Die Schüler konnten viele Erfahrungen sammeln“, erklärte Gero Braach vom KFZ. „Es liegen Welten zwischen dem Beginn des Projektes und heute.“ Die Aktion wurde aus Mitteln des Bündnisses für Bildung finanziert, das den Titel „Kultur macht stark“ trägt.

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