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Künstlerische Liebe auf den ersten Blick

Marburg Künstlerische Liebe auf den ersten Blick

Angetrieben vom großen Willen und Intelligenz sei die Arbeit der Kamerafrau Agnès Godard, sagte die Regisseurin Ursula Meier in ihrer sehr persönlichen Laudatio auf die Gewinnerin des 12. Marburger Kamerapreises.

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Preisträgerin Agnès Godard (links) und Regisseurin Ursula Meier, die mit Godard arbeitete und eine sehr persönlich gehaltene Laudatio hielt.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Diese Preisverleihung ist inzwischen zu einem gesellschaftlichen Ereignis geworden, und so war die Aula wieder fast bis auf den letzten Platz gefüllt mit Menschen, die auf die Preisträgerin und ihre Arbeit gespannt waren.

Eine gelungene Verbindung von Forschung und ihrer Vermittlung in die breite Öffentlichkeit nannte auch Universitätspräsidentin Prof. Dr. Katharina Krause den Kamerapreis und die dazugehörigen Kameragespräche.

Der Kamerapreis solle den Anteil der Kameraarbeit an der Filmgestaltung sichtbar machen, hob Krause hervor. Und Godard gelinge es, scheinbar Alltägliches so ins Bild zu setzen, dass man es neu sehen könne.

Dass die Kamera Godards ganz nah an die herangehe, die sich am Rande der Gesellschaft  befinden, hob Kulturdezernentin Dr. Kerstin Weinbach hervor. Sie lobte den reibungslosen Wechsel in der Leitung des Kamerapreises von dessen Initiator Prof. Dr. Karl Prümm zu seinem Nachfolger Prof. Dr. Malte Hagener.

Hagener selbst stellte die Laudatorin Ursula Meier als eine der wichtigsten Vertreterinnen der jungen europäischen Regiegeneration vor, deren jüngster, in Zusammenarbeit mit Godard entstandener Film „Sister“ einer der Höhepunkte der diesjährigen Berlinale gewesen sei und zum Glück auch bald in Marburg zu sehen sein werde.

„Eine künstlerische Liebe auf den ersten Blick“ nannte Meier die Begegnung mit der erfahrenen Kamerafrau, von der sie mehr gelernt habe als von irgendeinem Regisseur.

„Uns verbindet das intuitive, organische Arbeiten“, sagte Meier, „wir wissen beide, dass  das, was man nicht zeigt, genauso wichtig ist wie das, was man zeigt.“

„Mit Agnès zu arbeiten heißt, immer wieder etwas zu wagen, sich auf Experimente einzulassen, dabei aber eine feste Schulter an seiner Seite zu haben“, sagte Meier in ihrer emotionalen Rede.

Godard sei eine Wegbegleiterin mit einem scharfen Blick dafür, was das Bild ausmache. Die zierliche und mädchenhaft wirkende Agnès Godard selbst war nach der Übergabe der Urkunde und dem großen Applaus, der ihr und ihrem Werk zuteil wurde, sichtlich gerührt. Sie bedankte sich in wenigen Worten und versprach, „möglichst bald wieder Bilder zu machen, die so gut sind, wie das hier heute gesagt wurde.“

von Heike Döhn

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