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Marburg Künstler setzen auf Selbsthilfe
Marburg Künstler setzen auf Selbsthilfe
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18:06 06.08.2012
Ingrid Kaftan (hinten von links), Johanna Krämer, Annegret Henke-Reinarz und Dieter Almaras sowie (vorne von linke) Michael Feldpausch und Sergej Fuchs bereiten die KüV-Ausstellung vor. Foto: Uwe Badouin
Marburg

Ausstellungsmöglichkeiten sind im Landkreis Marburg-Biedenkopf rar gesät. Die wenigen Galerien zeigen meist eigene, mit der Galerie verbundene Künstler. Die Räume des Marburger Kunstvereins sind für die meisten unerreichbar. Für viele Künstler im Kreis waren daher jahrelang die Kunstmärkte in der Stadthalle die einzige Möglichkeit, ihre Arbeiten einem breiteren Publikum zu präsentieren. Als die auch noch wegfielen, war guter Rat teuer.

„Aus der Not heraus“, so der Marburger Arbeitsrichter und Kunstfreund Hans Gottlob Rühle in seinem Grußwort zum Geburtstagskatalog, gründeten Künstler vor zehn Jahren im Dezember die Künstlervereinigung Marburg-Biedenkopf (KüV). Unterstützt wurden sie dabei vom Landkreis, insbesondere vom Fachdienstleiter Kultur, Dr. Markus Morr.

Sie wollten nicht länger warten, bis irgendwer anruft, und eine Ausstellung anbietet. Sie wollten ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen.

Zehn Jahre später ist die KüV ein etablierter Verein. 20 aktive Künstler und 30 Fördermitglieder gehören dem Verein an, der seither 20 Ausstellungen organisiert hat. Ausstellungs- und Studienfahrten, Kunstseminare und Diskussionsveranstaltungen runden die Aktivitäten ab.

2009 knüpfte der Verein sogar Beziehungen nach Südkorea, die in einen regelmäßigen Kulturaustausch mündeten. Gemeinschaftsausstellungen in Südkorea und im heimischen Raum folgten. Zuletzt stellten im Mai dieses Jahres koreanische Künstler in Stadtallendorf aus.

Der Vorstand rund um Michael Feldpausch, Annegret Henke-Reinarz und Johanna Krämer ist stolz auf das Erreichte. „Das wollen wir groß feiern und die Zeit Revue passieren lassen“, sagt Henke-Reinarz beim Gespräch in ihrer Galerie im idyllischen Marburger Stadtteil Weidenhausen.

„Wir haben etwa geschaffen mit weiteren Perspektiven. Die KüV ist heute fester Bestandteil des lokalen Kulturmosaiks“, sagt der Stadtallendorfer Michael Feldpausch. Die Künstlerin Ingrid Kaftan meint: „Ich finde es gut, dass wir gemeinsam so viel auf die Beine stellen, was einem einzelnen gar nicht gelingen würde.“

Sergej Fuchs, Bühnenmaler am Hessischen Landestheater, wünscht sich für die Zukunft mehr und auch jüngere Mitglieder.

Neu im Verein ist Dieter Almaras. Der Stuttgarter Designer und Architekt ist 2009 nach Marburg gezogen und fühlt sich „gut aufgehoben“ in dem jungen Verein. „Marburg“, sagt er ein wenig verblüfft, „hat ein überraschend vielfältiges und - man darf das ja gar nicht sagen - preisgünstiges Kulturangebot.“

17 Künstlerinnen und Künstler der Vereinigung beteiligen sich mit einem oder zwei Werken an der Gemeinschaftsausstellung vom 18. August bis 2. September im Marburger Rathaus, das Oberbürgermeister Egon Vaupel dem Verein für die Zeit zur Verfügung stellte.

Ausstellen werden: Dieter Almaras, Ingolf Anschütz, Doris Bösch, Michael Feldpausch, Katharina Franck, Sergej Fuchs, Tilman Garber, Sabine Göpfert, Annegret Henke-Reinarz, Arno Henke, Ingrid Kaftan, Johanna Krämer, Lisa Kreuziger, Andre Manecke, Semide Mang, Cornelia Pietzsch und Elisabeth Szabo.

Die Ausstellung „10 Jahre KüV-Kunst“ wird am Samstag, 18. August, um 17 Uhr im Marburger Rathaus eröffnet.

von Uwe Badouin

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