Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Künstler für „Verteidigung der Kultur“
Marburg Künstler für „Verteidigung der Kultur“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:42 30.03.2012
Berlin

Das umstrittene Buch „Der Kulturinfarkt“ sei ein beispielloser Versuch, die Förderung der Kultur durch die öffentliche Hand zu diskreditieren und pauschal als Subvention zu diskriminieren, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Aufruf. Er wurde auf Initiative von Günter Grass, Wolfgang Rihm, Klaus Staeck, Margarethe von Trotta und Wim Wenders von der Akademie der Künste in Berlin verfasst.

Die Autoren von „Kulturinfarkt“ - der Marburger Soziologe Professor Dieter Hasselbach, der ehemalige Marburger Kulturamtsleiter Armin Klein sowie Pius Knüsel und Stephan Optitz - hatten die Hälfte der deutschen Kultureinrichtungen für verzichtbar erklärt und damit einen Sturm der Empörung in der Szene ausgelöst. „Statt „Kultur für alle“ soll die Kultur offenbar wieder zu einem elitären Gut werden“, kritisiert nun auch die Akademie der Künste.

Die notwendigen Strukturveränderungen im System bedürften jedoch einer ernsthaften und verantwortungsvollen Debatte. „Auf eine alternativlose Kahlschlag-Diskussion werden wir uns nicht einlassen. Sie würde unsere Kulturnation nachhaltig schädigen.“

Zu den Unterzeichnern des Appells gehören unter anderem die Schauspieler Iris Berben, Senta Berger, Nina Hoss und Dagmar Manzel, die Regisseure Doris Dörrie, Andreas Dresen, Christian Petzold, Volker Schlöndorff und Andres Veiel sowie die Publizisten Tilman Spengler, Johano Strasser und Gert Heidenreich. (dpa)