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Künstler blicken auf die Welt der Märchen

Kunstwerkstatt Radenhausen Künstler blicken auf die Welt der Märchen

Eigentlich könne man die Brüder Grimm und ihre Märchen kaum noch sehen, meint Burgi Scheiblechner von der Künstlergruppe Werkstatt Radenhausen, die am Wochenende im alten Rittergut am Fuß der Amöneburg ihre traditionelle Jahresausstellung präsentierte.

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Burgi Scheiblechner steht neben ihren Keramikfiguren, die augenzwinkernd Märchen kommentieren.Foto: Mareike Bader

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Ihr Thema im Grimm-Jahr: Märchen. Die alte Gebäudestruktur passte wunderbar zu den künstlerischen Werken, die sich mal mehr und mal weniger konkret mit bekannten Märchen auseinandersetzten.

Die Arbeiten in der Ausstellung waren so unterschiedlich wie acht Künstler eben sein können. Meistens wurden Motive aus Märchen aufgegriffen wie die Mühle bei Lies Kruschwitz oder Rapunzels Zopf und Rotkäppchen bei Klaus Schlosser. Auch Liesl Habers „Fantasialand“ spielte eher vage mit den Märchen und gab mit ihren diffusen Motiven mit den frischen, kühlen Farben dem Betrachter die „Hausaufgabe“, die versteckten Märchenmotive zu finden.

Im ersten Raum wurde Burgi Scheiblechner mit ihren Keramikfiguren etwas konkreter. Mit witzigen Namen verbindet sie augenzwinkernd Märchen und Aktuelles. Beispiel „Finanzkrise“: Ein Mann kniet hinter einem Esel. Aber statt Goldtalern kommt eben nichts heraus. Der „Investmentbanker“ ist der Gestiefelte Kater, der sich alles zusammen lügt.

Im zweiten Raum wurde es noch fantastischer. Mitten im Raum stand das „Gewächshaus der Schatten“ von Hans Schohl - eine Art Zelt, das von innen hell leuchtete und in dem sich viele Figuren bewegten. Daneben war der „Märchenwald“ von Antonia Möske. Auf einem großen, schwarzen Kissen in der Mitte konnte man die Welt aus Blüten, Glitzer, aber auch viel Müll auf sich wirken lassen. Gerda Waha widmete sich schließlich einer südamerikanischen Sage „Solange die goldenen Frösche singen“ und zeigte, was passiert wenn der Regenwald zerstört ist.

Im ehemaligen Schweinestall und auf dem Boden darüber erstrahlte der Gast Ursula Eske den Raum mit ihren Lichtinstallationen. Je dunkler es wurde, desto mehr sah man das Zusammenwirken des alten Gebäudes und des bunten Lichts.

Ein klassische Eröffnung mit einer Einführung in die Werke gab es nicht. Die Besucher konnten die Werke auf sich wirken lassen oder sich im Gespräch mit den Künstlern das eine oder andere genauer erklären lassen. Wem es bei den winterlichen Temperaturen zu kalt wurde, konnte sich im ehemaligen Schweinestall sich mit einer heißen Suppe oder Kaffee und Kuchen wärmen und stärken. Die Intention der „Radenhäuser“ ihre Jahresausstellung ganz leger und zwanglos zu halten ging voll auf.

von Mareike Bader

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