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Marburg Kritik an Radführung auf Kreuzung
Marburg Kritik an Radführung auf Kreuzung
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19:26 17.08.2015
Der neue Fahrradstreifen endet hinter der Ampel mitten auf der Kreuzung Cappeler Straße / Beltershäuser Straße. Quelle: Tobias Hirsch
Marburg

Das ist „in etwa genau so sinnvoll wie der rote Fahrradstreifen auf den Lahnbergen aus Richtung Großseelheimer Straße kommend. Der endet unmittelbar vor dem Beschleunigungsstreifen, wodurch Radfahrer im schlechtesten Fall von beiden Seiten in die „Zange“ genommen werden“, kritisiert Niclas Brünjas die Nachricht vom neuen Radstreifen im Netz.

Rolf Meier bezeichnet ihn als „Schildbürgerstreich“. Auch Thorsten Libuda hält die Lösung für „halbgar“: „Ein bisschen dies, ein bisschen das, ein bisschen Alibi-Fahrrad-Entgegenkommen, letztlich und bei etwas genauerem Hinsehen aber ein gnadenloses Aufrechterhalten und Fördern der Pkw-Dominanz, wohlgemerkt in einer Stadt, die topographisch so eng ist, dass schon aus rein platztechnischen Gründen Individual-Autoverkehr dieses Ausmaßes weitgehender Blödsinn ist und diese eigentlich schöne Stadt an vielen Stellen hässlich, laut und unerträglich macht.“

Marco Nezi, Stadtverordneter der Grünen, hält dagegen: „Der Fahrradstreifen bietet mehr Sicherheit, also ist es doch selbstverständlich eine sinnvolle Sache.“ Zwar sieht auch er ein, dass es besser wäre, wenn dahinter ein markierter Fahrradweg weiterführte, es sei „aber besser als nichts“.

Hessen Mobil: Alles mit der Stadt abgestimmt

„Das ganze ‚neue‘ Ding ist doch für die Katz!“, meint Danie Herbener. Auch Sascha Hessenmüller hält die gesamte Kreuzung für eine „Fehlplanung“. „Hat man vorne noch einen sinnvollen Kreisverkehr, setzt man dessen Vorteil durch die Ampeln 100 Meter später wieder völlig außer Kraft, und auch die Verjüngung von zwei auf eine Spur wird für Chaos anstatt Entlastung sorgen“, argumentiert er.

Auf Anfrage der OP gibt Hessen Mobil an, dass alle Bauschritte an der Kreuzung mit der Stadt Marburg abgestimmt werden, die diese wiederum mit ihren Beiräten, darunter auch der Radverkehrsbeirat, bespricht
Dies bestätigte Oberbürgermeister Egon Vaupel am Montag gegenüber dieser Zeitung. Er betonte, dass die Sicherheitsstandards für Radfahrer generell ein großes Anliegen der Stadt seien, die bei der Bebauung der Kreuzung an der Cappeler Straße berücksichtigt werden. Der jetzige Zustand sei noch nicht zufriedenstellend.

„Die Markierung des Radweges an der Cappeler Straße wird fortgeführt“, verspricht Vaupel. Sie soll verhindern, dass Radfahrer nicht, wie befürchtet, im Nichts landen, sondern sicher über die Kreuzung in die abgehenden Straßen geführt werden. Bis die Markierungsarbeiten auf der Fahrbahn abgeschlossen sind, kann es jedoch noch dauern. Vaupel geht davon aus, dass sie erst nach Ende der Bauarbeiten an der Kreuzung abgeschlossen werden können.

von Ruth Korte