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Grüne: OB hat Zusagen gebrochen

Krippen-Gebühren Grüne: OB hat Zusagen gebrochen

Viele Eltern freuen sich über die angekündigte Gebührenfreistellung in Kindergärten. Dass es aber die vom Marburger OB angekündigten Kostenlos-
Krippen nicht gibt, sorgt in der Kommunalpolitik für Kritik.

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Während Kindergartengebühren entfallen, muss für Krippenplätze weiter gezahlt werden.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Familien brauchen Sicherheit und Zuverlässigkeit für ihre Lebensplanungen. Stattdessen erleben sie einen Zickzack-Kurs und gebrochene Zusagen. So kann man nicht mit den Familien umgehen“, sagt Dr. Elke Neuwohner, Grünen-Fraktionschefin.

Die Wendung bei der Gebührenfrage stehe im Gegensatz zum Vorgehen der hessischen Landesregierung, die ihre Ankündigung, ab August sechs Kindergarten-Betreuungsstunden gebührenfrei zu stellen, wahrgemacht habe.

„Was wir gerade erleben, ist wirklich der Gipfel. Der OB hätte lieber einmal vorher richtig gerechnet und sich mit seiner Koalition geeinigt, bevor er Versprechen an Eltern macht, die er danach nicht halten kann. Die berechtigte Verärgerung vieler Familien hat er sich selbst zu zuschreiben.“

„Da sollten sich einige Gemeinden mal ein Beispiel nehmen und nicht die Gebühren weiter steigen lassen“, schreibt Lea Schnatz auf dem OP-Facebook-Kanal. „Toll, dass ein Signal in die richtige Richtung gegeben wird. Jetzt noch U 3 und Schulbetreuung – und dann kann man langsam davon sprechen, dass Familie kein Armutsfaktor mehr sein muss“, ergänzt Ria Matwich.

Rückzieher kommt nicht gut an

Anderen geht das nach der Ausweitungs-Ankündigung des Magistrats nicht weit genug: „Also, der U-3-
 Platz und der Hortplatz meiner Kinder kostet weiter, weil sie nicht entsprechend alt sind. Na danke“, schreibt Christina Majewski. „Warum wird eigentlich die Schulbetreuung – also Hort – komplett außen vor gelassen? Hier gibt es teilweise großen Nachholbedarf, die Plätze sind rar, und eine finanzielle Unterstützung wäre auch hier 
gut“, schreibt Juliane Herchen.

Hintergrund: OB Dr. Thomas Spies und Stadträtin Kirsten Dinnebier (beide SPD) kündigten in dieser Woche den Rückzieher von der monatelang angedachten Einführung von Kostenlos-Krippen an.

Stattdessen wird es für U-3-Vollzeitplätze – nach der Gebührenerhöhung im Jahr 2017 von 139 auf 158 Euro – eine Gebührensenkung auf 142 Euro geben.

Für Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt entfallen die Betreuungsgebühren komplett, da das Land sechs, die Stadt ab August weitere zwei Stunden übernimmt. Aufgrund der in Marburg sprudelnden Steuereinnahmen in Rekordhöhe verdichteten sich zuletzt die Anzeichen für mögliche Mehrausgaben in Millio
nenhöhe (die OP berichtete).

von Björn Wisker

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