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Aufklärungsquote so hoch wie nie

Kriminalstatistik Landkreis Aufklärungsquote so hoch wie nie

Weniger Straftaten, ein Rückgang bei Einbrüchen in gewerbliche Räume, weniger Straßenkriminalität und die niedrigste Zahl von Wohnungseinbrüchen. Die Polizei vermeldet für den Landkreis für 2017 einen guten Trend.

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Am Freitagmittag wurde die offizielle Kriminalitätsstatistik für den LAndkreis Marburg-Biedenkopf veröffentlicht.

Quelle: Montage: Nikola Ohlen

Marburg. Nur 95 Straftaten weniger im Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Anzahl der Straftaten wäre in den vierstelligen Bereich abgerutscht. Sollte nicht sein. Doch auch so wertet die Polizei die Gesamtzahl der Straftaten 2017 im Vergleich zu den Vorjahren als positiven Trend, da sie nach einem kleinen Zwischenhoch in 2015 und 2016 wieder rückläufig ist und nach 2014 das zweitniedrigste Ergebnis darstellt.

Hier der ausführliche Bericht zur Kriminalstatistik:
 

Im positiven Sinne übertroffen wird diese Zahl der Gesamtstraftaten von der Aufklärungsquote, die mit 65,5 Prozent so hoch wie noch nie war. Bodo Koch, dem Leiter der Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf, ist es wichtig herauszuheben, das dieses Ergebnis nicht nur auf eine gute Polizeiarbeit zurückgeht mit mehr Kontrollen, Qualifizierungen der Spurensuche und Spurensicherung und einer effektiven Arbeitsweise bei der Bekämpfung der Einbruchskriminalität  in einem Fachkommissariat.

Er bedankt sich auch bei jenen Menschen aus der Bevölkerung, die durch ihre Hinweise und Weitergabe von Beobachtungen die Polizei auf die Spur der Täter bringen konnte. So bewertet das auch Bernd Paul, Präsident des Polizeipräsidiums Mittelhessen. Er sagt: „Die Bürgerinnen und Bürger leben in einem sicheren Landkreis. Sie können sich auf ihre Polizei verlassen und haben durch ihre Unterstützung, durch Hin- und nicht Wegschauen, durch Hinweise und Zeugenaussagen einen maßgeblichen Anteil an der Aufklärung vieler Straftaten.“

Wenn auch die Zahl der Straftaten insgesamt rückläufig ist, so gab es in den so genannten Deliktfeldern durchaus Verschiebungen. Bei der Gewaltkriminalität, wozu Mord, Totschlag, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Raub, räuberische Erpressung, gefährliche und schwere Körperverletzung auch mit Todesfolge sowie erpresserischer Menschenraub und Geiselnahme gehören, eine Zunahme. Das mag etwas überraschend sein, schließlich waren gerade in diesem Bereich die Gesamtzahlen seit 2010, wo noch 568 Fälle gezählt wurden kontinuierlich am sinken.

2016 waren es nur noch 310 Fälle, 2017 wurden 372 Fälle registriert, einer mehr als 2013. Dafür konnte aber die Aufklärungsquote um mehr als zwei Prozent gegenüber 2016 auf einem hohen Niveau gehalten werden. 84,7 Prozent der 372 polizeilich bekannten Fälle konnten aufgeklärt beziehungsweise konkreten Menschen zugeordnet werden, die sich dafür verantworten müssen. „Jede Gewalttat ist sicherlich eine zu viel, aber ich freue mich, dass die Aufklärungsquote bei diesen Taten so hoch ist, so dass die mutmaßliche Täter ihrer gerechten Strafe zugeführt werden können“, sagt Manfred Glaßl, Leiter der Marburger Kriminalpolizei.

Die zuletzt in der Öffentlichkeit mehrfach diskutierte zunehmende Gewalt gegen Rettungskräfte schließt auch die Polizisten mit ein. Auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf kommt es immer wieder zu Angriffen auf Polizisten. Allerdings waren es 2007 (53), 2010 (61) und 2011 (51) weit mehr als in den Jahren ab 2012. Seither pendelt die Zahl zwischen 31 und 42 Fällen. Für vergangenes Jahr wurden 38 Fälle ausgewiesen. Dabei sind alle Angreifer ermittelt worden.
Die Polizei ermittelte 4 772 Tatverdächtige. In der deutlichen Mehrheit männlichen Geschlechts. 1075 waren weiblichen Geschlechts. 3720 Waren Erwachsene 503 Heranwachsende 427 Jugendliche und 122 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren. 1367 von den 4772 Tatverdächtigen waren keine deutschen Staatsbürger.

Die meisten der ermittelteten Tatverdächtigen habe die Straftaten in der Kommune begangen, in der sie auch leben, berichtet Marburgs Polizeisprecher Martin Ahlich. Darüber hinaus waren sie durchaus auch in anderen Kommunen den Landkreises auffällig. 745 ermittelte Personen kamen aus Hessen, dem Bundesgebiet oder dem angrenzenden Ausland.
248 Tatverdächtige verfügten über keinen Wohnsitz oder der Wohnsitz ließ sich nicht ermitteln.

von Götz Schaub

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