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Marburg Krimi-Projekt macht aus Schülern Autoren
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18:03 06.05.2014
Der Projektlehrer Lutz Hermann (links) und Norbert Hertlein (Mitte), der langjährige und kürzlich verabschiedete Schulleiter der Adolf-Reichwein-Schule, freuen sich mit den Preisträgern eines schulinternen Schreibwettbewerbs: Patrick Hoffmann (2. von links), Heiko Parsch, Frederik Hein und Evelyn Clement.Privatfoto
Marburg

Am Freitag lesen acht Schülerinnen und Schüler - je vier kommen von der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) und der Käthe-Kollwitz-Schule (KKS) - in den ersten beiden Schulstunden in der KKS eigene Texte. Auslöser für das Projekt „Tatort Marburg“ war eine Lesung des US-amerikanischen Schriftstellers Dan Wells, der im Herbst vergangenen Jahres im Rahmen des Marburger Krimifestivals in der Schulbibliothek „Tag- und Nachteule“ der ARS zu Gast war. Der Deutschlehrer Lutz Hermann und die Bibliothekarin Isolde Maiwald entwickelten anschließend ein Schreibprojekt. Das Ziel sei gewesen, das Selbstvertrauen der Schülerinnen und Schüler zu stärken und die Schulbibliothek „als Ort des unkonventionellen Lernens zu nutzen“, teilten die Organisatoren mit.

Drei Monate später waren sie verblüfft. Knapp 40 Schülerinnen und Schüler hatten sich mit eigenen Kurzkrimis an dem Wettbewerb beteiligt - neben Schule, Ausbildung und Beruf. Denn nahezu alle Teilnehmer waren Auszubildende, die die ARS als Berufsschule besuchen und sich wirklich Zeit „freischaufeln“ mussten. Die neun besten Texte von Patrick Hoffmann, Frederik Heim, Heiko Parsch (Auszubildende der KFZ-Abteilung), Stefanie Menzel, Dominik Frey, Joshua Rauch, Michael Hass und Merlin Steitz (Feinwerkmechaniker-Auszubildende) sowie Evelyn Clement vom Beruflichen Gymnasium wurden in der Krimi-Anthologie „Tatort Marburg“ veröffentlicht. In zwei Krimis, „Bleistift“ von Michael Haas und „Die Klavierstunde“ von Stefanie Menzel, sind übrigens ARS-Lehrer in Mordfälle verwickelt. „Als wir vor ein paar Monaten mit dem Projekt ,Tatort Marburg‘ begonnen haben, hat niemand von uns gedacht, dass es einmal zu einer Veröffentlichung kommen wird“, schreibt das Bibliotheksteam der ARS im Vorwort zu der Anthologie.

Längst geht das Projekt weiter. Es folgten sehr gut besuchte Lesungen der jungen Autorinnen und Autoren im Alter von 17 bis 22 Jahren an der ARS und am Freitag in der KKS, die sich inzwischen an dem Projekt beteiligt. Die Anthologie ist übrigens schon nachgedruckt worden.

von Uwe Badouin

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