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Marburg Kostenloser "Behring-Express" wird kaum genutzt
Marburg Kostenloser "Behring-Express" wird kaum genutzt
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15:55 28.02.2018
Busfahrer Harald Weitzel öffnet die Türen zur ersten Fahrt der neuen Linie zu den Behringwerken. Der Fehler in der Anzeige soll noch behoben werden. Quelle: Philipp Lauer
Marburg

Pünktlich um 7.17 Uhr öffnet Busfahrer Harald Weitzel am Hauptbahnhof die Türen. Zu seiner ersten Fahrt auf der neuen Linie über den Messeplatz und Lahntal zu den Behringwerken steigt ­jedoch niemand ein. „Ich hätte schon gedacht, dass der eine oder andere das Angebot nutzt, schließlich arbeiten so viele Menschen an den beiden Standorten“, sagt Weitzel. Weiter geht es zum Mitfahrerparkplatz Messeplatz. Doch auch hier wartet niemand.

Gut 30 Minuten später erreicht der „Behring-Express“ über Lahntal die Haltestelle Görzhäuser Hof, fährt weiter zum Hauptstandort Behringwerke und zurück zum Hauptbahnhof. Wieder gehen die Türen auf, diesmal steigen zwei Frauen ein. „Ich hätte gerne schon den früheren Bus genommen, habe aber auf der Stadtautobahn im Stau gestanden“, berichtet Johanna Nickel aus Bürgeln, Betriebsratvorsitzende bei Pharmaserv. Bis zur Messe haben die Autos gestanden.

Taktung der Busse ist für Zugpendler ungünstig

Nickel nimmt gelegentlich den Bus zur Arbeit. Die Idee mit dem kostenlosen Bus findet sie gut, es habe sich wohl nur noch nicht rumgesprochen. „Wenn die Leute erst mal die Erfahrung machen, wie sich der Verkehr ändert, könnte ich mir vorstellen, dass der eine oder andere von den anderen Buslinien oder vom Auto umsteigt“, sagt Nickel.

Ob Yessica Fährmann dauerhaft von der Linie 5 auf den Behring-Express umsteigt, will sie erst entscheiden, wenn sie die beiden Linien im direkten Vergleich getestet hat. Fährmann pendelt aus Gießen zu Novartis an den Hauptstandort. „Wer mit dem Zug am Hauptbahnhof ankommt, muss mindestens 20 Minuten auf den Bus zu den Behringwerken warten“, sagt Fährmann. Die Taktung der Busse sei ungünstig. Weil der Behring-Express fünf Minuten eher kommt, hat sie ihn gestern ausprobiert.

Dass der Bus kostenlos angeboten wird, sei eine gute Idee, habe für sie jedoch keine Rolle gespielt, da sie ohnehin schon eine Monatskarte hat.Harald Weitzel wünscht sich, dass der Bus in den kommenden Tagen von mehr Fahrgästen angenommen wird. „Denn ich fahre lieber Menschen gesund von A nach B, als nur warme Luft“, scherzt Weitzel.

von Philipp Lauer

Busverkehr lief weitgehend normal

Beim regulären Busverkehr der Stadtwerke lief alles weitgehend normal, sagte Stadtwerke-Sprecherin Sarah Möller der OP am Montag auf Anfrage. Die einzige Ausnahme hatte nichts mit der Brückensperrung zu tun: Die Busse der Linien 1 und 4 waren wegen starken Schneetreibens in Wehrda teilweise sogar mehr als 40 Minuten verspätet.