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Kosmische Klänge treffen auf irdische

Streichquartett Kosmische Klänge treffen auf irdische

Das in diesem Jahr mit dem „Grammy“ ausgezeichnete Streichquartett gastierte am Mittwoch vor 450 Zuhörern in der Marburger Stadthalle. Mit dabei war noch ein fünfter Mitwirkender.

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Das Parker Quartet Boston mit Daniel Chong, Karen Kim, Jessica Bodmer und Kee-Hyun Kim erhielt bei seinem Konzert in der Stadthalle lang anhaltenden Beifall mit Bravo-Rufen.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Nie zuvor hat es so viele hochkarätige Kammermusikformationen gegeben wie derzeit. Bei den Streichquartetten ist die Auswahl besonders groß. Und ein glücklicher Zufall wollte es, das gleich zwei herausragende Ensembles der jüngeren Generation innerhalb eines halben Jahres bei den beiden wichtigsten heimischen Konzertveranstaltern zu erleben waren.

Das war sicher genauso wenig beabsichtigt wie die ineinander greifende Programmgestaltung: Zum Abschluss der Eckelshausener Musiktage hatte das mit dem „Echo Klassik“ ausgezeichnete Kölner „Minguet Quartett“ das düster-pathetische c-Moll-Quartett op. 51/1 von Johannes Brahms gespielt.

Mit dem Zwillingswerk, dem a-Moll-Quartett op. 51/2, eröffnete das mit dem „Grammy“ gekrönte Bostoner „Parker Quartet“ sein Gastspiel beim Marburger Konzertverein.

Den zwar nicht immer heiteren, aber doch durchgängig gelassenen Charakter dieses Meisterwerks zeichneten Daniel Chong und Karen Kim (Violinen) sowie Jessica Bodmer (Viola) und Kee-Hyun Kim (Violoncello) mit größter Natürlichkeit nach. Atemberaubend war nicht nur das reibungslose Zusammenspiel, sondern auch der Abstufungsreichtum, mit dem die vier die vorwiegend in leisen bis mittelstarken dynamischen Regionen angelegte Partitur Klang werden ließen.

Es sind kosmische Klänge, mit denen das irdische Streichquartett in einen spannenden Dialog tritt, diese aufgreift und weiterentwickelt.

Den lang anhaltenden Beifall und die Bravo-Rufe der 450 Zuhörer beantworteten die sympathischen Musiker mit dem spanische Folklore heraufbeschwörenden Scherzo aus Claude Debussys g-Moll-Quartett und den geisterhaften Klängen einer Miniatur des 1926 im Banat geborenen ungarischen Komponisten György Kurtág.

von Michael Arndt

Mehr lesen Sie am Freitag in der Printausgabe der OP.

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