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Marburg "Bundesbeste 2018" kommt aus Kirchhain
Marburg "Bundesbeste 2018" kommt aus Kirchhain
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00:18 16.03.2019
Die gebürtige Kirchhainerin Selina Heurich wurde vom DIHK in Berlin zur Bundesbesten 2018 im Ausbildungsberuf Kosmetiker ­gekürt. Die Auszeichnung überreichte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Foto: Jens Schicke/DIHK Quelle: Jens Schick/DIHK
Marburg

So recht glauben kann Selina Heurich ihren Erfolg noch immer nicht, spricht bis heute mit leuchtenden Augen von dem Moment vor gut zwei Monaten, als sie in Berlin bei der Bestenehrung auf der Bühne stand: Anfang Dezember wurde sie als eine der bundesbesten Auszubildenden vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geehrt. In ihrer Gesellenprüfung hatte sie den Spitzenwert von 94,5 Punkten erreicht, womit sie sich den Titel „Bundesbeste 2018“ im Ausbildungsberuf Kosmetiker sichern konnte.

Dass sich die gebürtige Kirchhainerin einmal als Bundessiegerin in ihrer Branche hervortun würde, das hätte sie „niemals gedacht, es war eine Riesenüberraschung“, erzählt die 19-Jährige im OP-Gespräch. Doch dass sie den Beruf der Kosmetikerin ergreifen würde, stand für sie von klein auf fest: „Schon als ich ganz jung war habe ich mich für Kosmetik und Körperpflege interessiert – das war immer meine Leidenschaft“, berichtet sie begeistert aus ihrer Kindheit, in der sie viele Stunden vor dem Spiegel verbrachte.

Interessiert habe sie an dem Handwerk stets „das Gesamtbild der Kosmetik“, die Optik, Make-up, ebenso die Wirkung von kosmetischen Hilfsmitteln und die Auswirkungen von persönlichem Lebenswandel und Ernährung auf Gesundheit und Hautbild. „Alles zusammen macht die Ausstrahlung eines Menschen aus“, sagt Selina Heurich.

Vom klassischen Styling bis zur Laserbehandlung

Ihren „größten Traum“ nahm sie nach der Schule in Angriff, lernte drei Jahre lang in der dualen Ausbildung bei zwei Kosmetikstudios in Marburg und wurde darin bestätigt, dass der Beruf „anspruchsvoller ist, als viele denken – das Hauptthema ist die Haut und das nicht nur oberflächlich.“ 

Fasziniert berichtet die leidenschaftliche Kosmetikerin von verschiedenen Behandlungsmethoden rund um Hautveränderung, ob mithilfe von Cremes, Masken oder technischem Gerät. Sie begeistert die „Vielseitigkeit in dem Beruf“: Von der einfachen Haarentfernung und Massagen bis zur Spezialbehandlung per Ultraschall und Laser, von Betriebswirtschaft bis zum geübten Umgang mit Kunden.

Und das geht mit großer körperlicher Nähe einher, „man ist so nah an den Kunden dran wie sonst kaum jemand – mir geht es darum, den Leuten dabei ein besseres Körpergefühl geben zu können, sie sollen sich in ihrer Haut wieder wohlfühlen“, sagt Selina Heurich über ihren Beruf. Im Mai vergangenes Jahr legte sie die Abschlussprüfung als Jahrgangsbeste ab, mit einer 1,1 im Berufsschulzeugnis. Damit gelang ihr der Sieg auf Landesebene.

Während der Ehrung der Besten aus Hessen im Oktober wurden auch die Bundesbesten verkündet: „Als mein Name fiel war ich einfach nur sprachlos, das Glücksgefühl war unbeschreiblich“, erzählt sie immer noch ergriffen. Die Bestenehrung auf Bundesebene fand mit rund 1.000 geladenen Gästen Anfang Dezember in Berlin statt.

Nach der Ausbildung geht es an den Meistertitel

Sie wurde als einzige Kosmetikerin von insgesamt 213 Besten in 205 Ausbildungsberufen prämiert. Die Auszeichnung überreichte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der den Erfolg der „Besten Azubis“ hervorhob, ausgewählt aus insgesamt rund 300.000 Prüfungsteilnehmern.

Den Erfolg verdanke sie nicht nur ihrem Lerneifer – „ich habe mir immer Mühe gegeben, weil ich den Beruf liebe, aber auch meine Eltern, mein Freund, meine Kollegen und die Berufsschule haben mich sehr unterstützt“, lobt Selina Heurich.
Mittlerweile arbeitet sie in einem Kosmetikstudio in Bad Homburg und mit einer Hautärztin zusammen, kann so ihre Fähigkeiten auf medizinischer Ebene noch erweitern, freut sie sich.

Und schon jetzt plant die 19-Jährige ihre Zukunft: Sie hat bereits ein Stipendium für Begabtenförderung in der Tasche und plant schon die ersten Meisterkurse. 2021 möchte sie ihren Meistertitel in der Tasche haben. Was dann folgen wird, ob und wann sie sich mit einem eigenen Geschäft selbstständig machen wird, „das lasse ich noch offen und auf mich zukommen“, erzählt sie.

von Ina Tannert