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Marburg Kopfkino im Theater in der Finsternis
Marburg Kopfkino im Theater in der Finsternis
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17:25 23.04.2017
In völliger Dunkelheit können Theaterbesucher mit Julia Glasewald, Lene Dax und Camil Morariu eintauchen in die Welt von Kapitän Neno.Foto: Jan Bosch
Marburg

Bei der ausverkauften Premiere begrüßte Dramaturg Franz Burkhard die Gäste und gab einige Hinweise für Neulinge. Unter keinen Umständen solle man während der Vorstellung Licht anmachen. Wer sich in der völligen Dunkelheit unwohl fühle, solle Bescheid sagen. Dann wurden die Besucher in den Bühnenraum eingelassen, in dessen Mitte etliche Sitzblöcke standen. Rundherum waren Seile gespannt, hinter denen die drei Darsteller Julia Glasewald, Lene Dax und Camil Morariu agierten. Sie trugen weder Nachtsichtbrillen noch andere Hilfsmittel, sondern orientierten sich nur an den Seilen und an Markierungen auf dem Boden.

In „20.000 Meilen unter’m Meer“ nach Jules Verne wird die Geschichte des Professor Aronnax erzählt, der auf See zusammen mit seinen Begleitern Ned Land und Conseil das geheimnisvolle U-Boot des Kapitän Nemo entdeckt. Sie werden von Nemo gefangen genommen und müssen mit ihm auf eine monatelange Reise durch alle sieben Weltmeere gehen. Unterwegs erleben sie zahlreiche spannende Abenteuer: Sie kämpfen mit Haien und Riesenkraken, geraten auf Kollisionskurs mit einem Eisberg, werden in einen Eistunnel eingeschlossen und müssen mit ansehen, wie Kapitän Nemo ein Schiff versenkt.

Der undurchschaubare Kapitän, der sich auf seinem U-Boot eine heile Welt geschaffen hat, fasziniert durch Freundlichkeit, Bildung und Tapferkeit. Gleichzeitig ist er grausam und gnadenlos und führt einen unerklärlichen Rachefeldzug gegen seine Feinde.

In dem 1870 erschienenen Roman von Jules Verne nimmt der Autor die technische Entwicklung des Unterseebootes vorweg. Gleichzeitig enthält der Roman einen Kampf der Ideen, in dem Kapitän Nemo seine Utopie der Freiheit verwirklicht. In der Inszenierung von „20000 Meilen unter dem Meer“ (Regie: Diana König) sitzen die Zuschauer mitten im Geschehen und erleben die Abenteuer der drei Protagonisten hautnah mit. Die Darsteller spielen sehr intensiv und konzentriert, sind ganz nah dran am Publikum. Immer wieder hört man ihre Stimmen aus einer anderen Richtung. Besonders eindrucksvoll wirken die Geräusche (Soundkonzept: Daniel Sempf), die dem Zuschauer das Gefühl geben, tatsächlich auf einem Schiff oder in einem U-Boot zu sein. Das Plätschern, Gluckern und Blubbern des Wassers, das Pochen und Klopfen im Schiffsrumpf und das Zischen der Gischt sind zu hören. Da die Geräusche von allen Seiten kommen, verstärkt sich der Eindruck, im Zentrum der Ereignisse zu sitzen. Am Schluss der gut einstündigen Aufführung waren die Zuschauer begeistert, der Applaus wollte kein Ende nehmen.

Die nächsten Aufführungen sind am Donnerstag und Samstag, 27. und 29. April, jeweils ab 20 Uhr.

von Bettina Preussner

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