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Marburg „Köpenickiade“ an der Burgruine
Marburg „Köpenickiade“ an der Burgruine
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17:29 28.03.2013
Marburg

Die Schlossfestspiele haben eine neue Heimat: Nachdem es zweimal in Folge nicht möglich war, am gewohnten Ort am Schloss Rauischholzhausen zu spielen, sind die Veranstalter nach Amöneburg ausgewichen, wo sie nun hoch oben an der Burgruine ihre Bühne aufbauen werden. Die Veranstalter, das sind der vom Hessischen Landestheater Marburg bekannte Peter Radestock als Künstlerischer Leiter und Regisseur sowie die Konzertagentur Depro.

Das Ensemble ist gebucht, die Proben werden im Mai anlaufen. Sein Konzept für die Inszenierung des Stücks von Carl Zuckmayer hat Radestock aber längst parat: Er möchte es nicht nur entschlacken, sondern auch heutiger machen. Die Geschichte hat einen realen Hintergrund und erzählt von einem einfachen Mann, der eigentlich nur einen neuen Pass möchte, diesen nicht ausgestellt bekommt und daher in einer Uniform als falscher Hauptmann auftaucht und das Rathaus von Köpenick quasi besetzt. Denn als er als Militär auftritt, hinterfragt keiner mehr sein Tun. Dieser Schelmenstreich ist als „Köpenickiade“ in den Sprachgebrauch übergegangen, die Geschichte vor allem in der Verfilmung mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle bekannt geworden. „Es ist eine Komödie, ein Volksstück“, sagt Radestock. Es erzähle davon, wie jemand durch Beamtenwillkür nicht zu seinem Recht komme und die Hörigkeit gegenüber dem Militär mit Mutterwitz ausnutzt. Radestock sieht durchaus Parallelen zur heutigen Zeit - Einwanderer, die keine Arbeitserlaubnis bekommen, zum Beispiel. „Auch wenn der ,Hauptmann‘ zu fragwürdigen Mitteln greift, hat er doch die Sympathie des Publikums“, sagt er.

Die Gastronomen in Amöneburg werden die Festspiele mit besonderen, auf das Stück abgestimmten Gerichten und Arrangements begleiten, sagt Christian Schmidt von Depro. Auch für ausreichend Parkplätze sei gesorgt, zudem werde ein Shuttlebus Besucher zum Aufführungsort bringen.

Premiere ist am 19. Juni, es wird 15 Vorstellungen geben. Beginn ist immer um 20.30 Uhr, pro Aufführung können 660 Zuschauer das Geschehen an der Burgruine verfolgen. Die ersten Karten sind bereits verkauft. Das gilt auch für die Abschlussveranstaltung der Festspiele: Am 7. Juli nimmt die Band „Abba-Fever“ das Publikum mit in die bunte Welt der 70er Jahre und präsentiert alle Hits der legendären Band.

Karten sind erhältlich an den bekannten Vorverkaufsstellen, unter anderem in der Geschäftsstelle der OP im Schlossbergcenter in Marburg, bei der Stadtverwaltung in Amöneburg, bei Brillenoptik Dewner in Stadtallendorf, bei Depro unter der Telefonnummer 06453/912470 oder im Internet unter www.depro-concert.de

Von Heike Döhn

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