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Marburg „Königsmusik“ in der Provinz
Marburg „Königsmusik“ in der Provinz
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06:17 13.05.2012
Entspannt und virtuos: Das Henschel Quartett gastiert am 24. Mai im Schloss Wittgenstein. Quelle: WILDUNDLEISE.DE
Eckelshausen

„Königsmusik im oberen Lahntal“ steht auf dem Programm des Kammermusikfestivals, zu dem seit Jahren Musikfreunde aus ganz Deutschland und inzwischen sogar dem nahen Ausland anreisen. Als Annemarie Gottfried das Festival vor 26 Jahren ins Leben rief, konnte sie diese Entwicklung nicht abschätzen. „Wir wollten etwas für die Region, für den Tourismus tun“, sagt sie. Heute schätzen die Besucher die schöne Landschaft und die schöne Musik an acht Spielstätten.

Die zehn Konzerte finden statt im Atrium der Roth-Werke in Buchenau, im Konzertsaal des Rathauses Biedenkopf, in der Klosterkirche Caldern, im Glaspavillon Velte in Eckelshausen, im Schloss Wittgenstein in Bad Laasphe, in der Stiftskirche Wetter, in der Baumschule in Caldern und seit vergangenem Jahr auch im Fürstensaal des Marburger Landgrafenschlosses.

88 Jahre alt ist Annemarie Gottfried heute. Nach wie vor ist sie in die Organisation des Festivals eingebunden. Und die ist aufwändig: Die Künstler brauchen Unterkünfte in Hotels, sie müssen abgeholt und betreut werden, der Kartenvorverkauf muss abgewickelt werden, Kunden fragen ebenfalls nach Hotels.

80.000 bis 90.000 Euro umfasst der Etat der Eckelshausener Musiktage, es ist ein Bruchteil vergleichbarer Festivals. Ohne die Unterstützung von privaten Gönnern und von Sponsoren ginge gar nichts, denn die öffentliche Hand hält sich sehr zurück.

Die einzige Stadt in der Region, die noch einen richtigen Kulturhaushalt hat, ist Marburg. Aber sie kann keinen Verein unterstützen, der in Biedenkopf beheimatet ist. Und ein gemeinsames Kultur- und Tourismuskonzept ist nicht in Sicht – dabei profitieren viele von dem Festival.

Julius Berger spielt eines der ältesten Celli der Welt

Die künstlerische Leitung hat von Beginn an der international renommierte Cellist Julius Berger inne. Er stellt das Programm zusammen, hält die Kontakte zu den Musikern, von denen viele international auftreten. Und Berger spielt natürlich selbst – übrigens auf einem ältesten Celli der Welt, einem Violoncello Andrea Amati aus dem Jahr 1566.

Berger hat die 26. Eckelshausener Musiktage unter das Motto „Königsmusik“ gestellt: Zu hören sind Auftragswerke von Königen sowie Werke, die zu Ehren eines Königs von Komponisten geschrieben wurden.

Orchester, Ensembles und Solisten aus der ganzen Welt machen das obere Lahntal für elf Tage zu einem Treffpunkt vieler Kulturtouristen.

Schirmherr des Festivals ist der Landrat des Landkreises Marburg-Biedenkopf, Robert Fischbach. Unterstützt werden die Eckelshausener Musiktage vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst des Landes Hessen und Partnern aus der Wirtschaft.

Das Festival versprüht gleich zum Auftakt am Samstag, 19. Mai, ab 20 Uhr im Atrium der Roth-Werk Buchenau „Königlichen Glanz in Oper und Sinfonie“ mit Werken Friedrichs des Großen sowie Mozart, Händel und Haydn. Unter der Leitung von Achim Fiedler spielt das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim, die Sopranistin Antonia Bourvé wirdmit dem Rezitativ und Arie der Cleopatra aus der Oper „Giulio Cesare in Egitto“ von G. F. Händel das Publikum bezaubern.

„Potsdam - Wien - Versailles: Musik für Könige“ ist der Titel des zweiten Konzertabends, der am 20. Mai ebenfalls um 20 Uhr im Atrium der Roth Werke in Buchenau geboten wird. Julius Berger und das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim spielen unter anderem das Cellokonzert von G. Ch. Wagenseil. Der Hessische Rundfunk hr2 Kultur, Partner der Eckelshausener Musiktage, schneidet das Konzert mit.

Den krönenden Abschluss des Festivals gestaltet das Daroch Trio mit „Musik der K. & K. Monarchie“ am Pfingstmontag um 19 Uhr im Fürstensaal des Landgrafenschlosses in Marburg.

Konzertkarten und Programme sind in den bekannten Vorverkaufsstellen in Marburg (Tourismusbüro am Pilgrimstein ), in Biedenkopf ( Tourismus Biedenkopf ) sowie in der Geschäftsstelle der Eckelshausener Musiktage im Schartenhof in Eckelshausen erhältlich, Telefon 06461/ 2710 von 14 bis 18 Uhr )

Weitere Informationen gibt es unter www.eckelshausener-musiktage.de.

von Uwe Badouin

Das Programm:

Samstag, 19. Mai, 20 Uhr, Atrium Roth Werke Buchenau: Festliches Eröffnungskonzert Königlicher Glanz in Oper und Sinfonie, Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim, Antonia Bouvé, Sopran, Leitung: Achim Fiedler

Sonntag, 20. Mai, 20 Uhr, Atrium Roth Werke Buchenau: Potsdam – Wien – Versailles: Musik für Könige, Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim, Julius Berger, Violoncello

Dienstag, 22. Mai, 20 Uhr, Klosterkirche Caldern: Im Dienst des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen, Julius Berger, Violoncello

Mittwoch, 23. Mai, 20 Uhr, Konzertsaal Rathaus Biedenkopf: Wiener Soirée mit Thomas Riebl, Viola, Julius Berger, Violoncello, Mari Kato, Klavier

Donnerstag, 24. Mai, 20 Uhr Schloss Wittgenstein Bad Laasphe: Beethovenabend, Streichquartette gewidmet den Fürsten Lobkowitz, Rasumowsky und Baron Sutterheim, Henschel-Quartett

Freitag, 25. Mai, 20 Uhr, Stiftskirche Wetter: Dem Himmel nahe! Harfenensemble Frankfurt.

Samstag, 26. Mai, 20 Uhr, Glaspavillon Velte Biedenkopf-Eckelshausen: Königliche Barockmusik, Frankfurter Barocksolisten

Sonntag, 27. Mai, 15 Uhr, Lahntal-Baumschule Caldern: Bube, Dame, König, BRASS,

BRASSerie-Quintett

Sonntag, 27. Mai, 20 Uhr, Konzertsaal Rathaus Biedenkopf: Alla Casanova! – Aus den Lebenserinnerungen von Giacomo Girolamo Casanova, Michael Dangl, Rezitation, Maria Fedotova, Flöte.

Montag, 28. Mai, 19 Uhr, Fürstensaal im Landgrafenschloss der Universitätsstadt Marburg: Musik der K & K Monarchie, Daroch-Trio

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