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Marburg Königsklasse des Boulevardtheaters
Marburg Königsklasse des Boulevardtheaters
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17:08 21.03.2014
Der Gesichtaausdruck täuscht: Regisseur Jürgen Helmut Keuchel hat ernste Gesichter befohlen – nicht die Schauspieler, das Publikum solle lachen. Bei den Proben jedenfalls wird viel gelacht, obwohl Stück und Bühnenbild noch Baustellen sind. Foto: Uwe Badouin
Wetter

„Der nackte Wahnsinn“ ist die mittlerweile 42. Produktion des Theatervereins Wetter. Das bedeutet: Die Darsteller und das Team hinter den Kulissen haben unglaublich viel Erfahrung.

Die werden sie brauchen, denn mit Michael Frayns temporeicher Farce über die Theaterwelt hat sich das Ensemble „die Königsklasse des Boulevardtheaters“ vorgenommen, wie Regisseur Jürgen Helmut Keuchel betont. Keuchel, Ensemblemitglied am Hessischen Landestheater Marburg, hat das Stück selbst schon einmal gespielt - vor 27 Jahren in Bautzen. Und die Mühen, den Stress, aber auch den Spaß hat er bis heute nicht vergessen: „Wir hatten vor jeder Aufführung Angst“, erinnert er sich. „Und wenn du das gespielt hast, brauchst du danach kein Fitness-Studio mehr.“

Der Stress und die Angst vor jeder Aufführung haben ihren Grund: „Der nackte Wahnsinn“ macht seinem Namen alle Ehre, es ist eine Komödie mit vielen schnellen Dialogen und zudem eine Requisitenschlacht. Viele Theaterfreunde glauben, Boulevard ist die leichte Muse, nicht weiter schwierig. Genau das Gegenteil ist der Fall. „Es ist leichter jemanden zum Weinen zu bringen als zum Lachen“, sagt Regisseur Keuchel, der seit einigen Jahren mit dem Wetteraner Amateur-Ensemble zusammenarbeitet. In den großen Klassikern gibt es oft lange Monologe und Dialoge, die man lernen kann. Hier sind es kurze, oft nur halbe Sätze, die sitzen müssen.

Türen - und davon gibt es eine ganze Menge - müssen im richtigen Moment auf oder eben nicht aufgehen. Auftritte und Abtritte müssen perfekt getimet werden, damit das Stück wie am Schnürchen läuft.

Und erzählt wird vom Theater selbst. Das Publikum erlebt eine Hauptprobe, wirft einen Blick hinter die Kulissen, mit Eifersuchtsdramen und Mordversuchen und geht mit dem Ensemble auf Gastspielreise. Und wer danach noch Schauspieler werden will, ist selber Schuld.

Doch der 1933 geborene Schriftsteller Michael Frayn liebt das Theater, sonst hätte er eine solche Theaterfarce gar nicht erst schreiben können.

Und wer nun glaubt, das Stück sei nur etwas für Boulevardbühnen, der irrt gewaltig: „Der nackte Wahnsinn“ aus den Jahr 1982 wurde und wird an allen großen Häusern gespielt - am Schauspiel Frankfurt, am Staatstheater Wiesbaden, am Hamburger Thalia Theater und, und, und. Denn auch Regisseuren und Schauspielern macht es Spaß, einmal so richtig über sich selbst lachen zu können - wenn alles glatt geht und man den Einsatz nicht verpasst, weil irgendwer ein Requisit vergessen oder einen Satz übersprungen oder nicht an einer Schnur gezogen hat.

In Wetter geht es jetzt in den Endspurt: Gestern und heute wurde das Bühnenbild gebaut, von Sonntag bis Donnerstag wird geprobt. Auf der Bühne stehen Sandra Erkel, Andre Mettken, Cathrin Seibert, Uwe Fischbach, Regina Kappel, Helmuth Konnerth, Rüdiger Clasani, Annette Hauptführer und Hans Kaiser.

Premiere ist am Freitag, 28. März, um 20 Uhr in der Stadthalle Wetter. Weitere Aufführungen sind am 29. und 30. März sowie am 4., 5. und 6. April. Die Vorstellungen an Sonntagen beginnen bereits um 19 Uhr, alle anderen um 20 Uhr . Karten gibt es im Vorverkauf im Gardinenstudio Wetter, Telefon 06423 / 6645 oder im Internet unter www.theaterverein-wetter.de

von Uwe Badouin

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