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König Richard: Mechanismus der bösen Tat

Hessisches Landestheater König Richard: Mechanismus der bösen Tat

Das Ensemble des Hessischen Landestheaters Marburg studiert derzeit eine „Revue des Bösens“ ein. Am Samstag feiert das Shakespeare-Drama „Richard III.“ in der Stadthalle Premiere.

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Franziska Knetsch als Elisabeth und Markus Klauk als Richard III.

Quelle: Hessisches Landestheater

Marburg. Aus etwa zehn verschiedenen Übersetzungen wählte Intendant und Regisseur Ekkehard Dennewitz die Version von Manfred Wekwerth aus, weil die besonders verständlich und bildhaft sei. Das ist bei dem Historiendrama wichtig, denn es geht um ein Geflecht blutrünstiger Morde und Intrigen, bei dem ganz schnell aus dem Freund ein Feind wird und umgekehrt. Richard will um jeden Preis König werden. Er, der mit Frieden nichts anfangen kann, ist bereit, einen sehr hohen Preis zu zahlen – oder besser: er lässt andere zahlen, meist mit dem Leben.

Er lässt alle, die ihm in der Thronfolge im Weg stehen oder irgendwann stehen könnten, umbringen, und er bedroht oder heiratet und ermordet die Frauen, deren Kinder und Brüder, die einen Anspruch auf die Krone erheben könnten.

„Shakespeare lässt Richard mit seiner Rücksichtslosigkeit an die Macht zu kommen“, erklärt Dennewitz. Doch dort oben ist die Luft dünn, die Freunde sind tot, einzig die „Hohlköpfe mit Muskeln“ bleiben übrig. Aber mit denen lässt sich kein Land regieren, und so kommt es am Ende zum Fall. In der finalen Schlacht ruft er verzweifelt „Ein Pferd, ein Pferd, mein Königreich für ein Pferd“. Gleichwohl, es nützt ihm nichts mehr.

Mit dem historischen Richard III. (1452 – 1485) habe William Shakespeares Theaterstück nicht viel zu tun, erklärt Dramaturgin Annelene Scherbaum. Der Autor habe gar keinen Zugang zu Chroniken und Diplomatenberichten gehabt.

von Christine Krauskopf

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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