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Marburg Klezmer trifft auf Jazz
Marburg Klezmer trifft auf Jazz
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20:11 18.05.2012
Tomasz Lato und Tomasz Kukurba nutzen den Bass auf ungewöhnliche Weise als Rhythmusinstrument. Quelle: Jan Bosch

Marburg. Der Name „Kroke“ ist der jiddische Begriff für Krakau, womit die Musiker der jüdischen Tradition der Stadt Tribut zollen. Seit 1992 tingeln die drei Freunde, alle Absolventen der Krakauer Musikakademie, durch polnische Klubs und machen traditionelle Klezmer-Musik. Durch Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“ wurden sie bekannt und sind mittlerweile weltweit gefragt. Doch Kroke machen nicht einfach nur jiddische Folklore. Sänger und Geiger Tomasz Kukurba, Akkordeonist Jerzy Bawol und Tomasz Lato am Kontrabass nehmen klassische Themen des Klezmer auf, so vielfältig, wie die jiddische Kultur auf dem Balkan, und erweitern sie mit Jazz- und Klassik-Elementen, ohne der Musik dabei ihre ursprüngliche Seele zu rauben.

Kukurba spielt hier neben der einzigen auch die erste Geige und fungiert nebenbei als amüsanter Entertainer, der die Zuschauer immer wieder mit kleinen Showeinlagen begeistert. Er bringt sein Instrument zum Singen und Schreien, bewegt sich mit orientalisch beeinflussten Vokalimprovisationen irgendwo zwischen Ekstase und Verzweiflung.

Mal wandeln die Musiker mit ihren Instrumenten in reduzierter Meditation, bei der immer wiederkehrende leise Klangfolgen die Zuschauer bannen,  im nächsten Stück brechen die geballte Leidenschaft und Freude einer Hochzeit auf dem Balkan hervor.

Immer spielen Kroke ihre Instrumente gleichberechtigt, wechseln in der Zuständigkeit von Takt und Melodie. Konzentriert lässt Bawol die Finger über die Tasten seines Akkordeons fliegen, unterstützt durch leises Zupfen seiner Mitspieler. Diese nutzen kurz darauf das volle Potential ihrer Klangkörper, während Bawol nur zuhört.

Minutenlang entfachen Lato und Kukurba einen wahren Trommelwettstreit auf Geige und Bass. Mit enormer Kreativität zeigen sie, dass der Bass eine ganze Rhythmusgruppe ersetzen kann.

von Jan Bosch

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