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Klangeinheit von bezaubernder Leichtigkeit

Konzert Klangeinheit von bezaubernder Leichtigkeit

70 Besucher feierten am Sonntag minutenlang die Choristen, Musiker und Vokalsolisten, die unter der Leitung von Doris Hagel Kantaten des Barockkomponisten Nikolaus Bruhns aufführten.

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Unter der Leitung von Doris Hagel sangen und spielten die Musiker in der Elisabethkirche.

Quelle: Helmut Rottmann

Marburg. Wenn in der hiesigen Elisabethkirche engagierte Weilburger Laiensänger sowie Vokalsolisten mit schönen Stimmen, wenn virtuose Instrumentalisten auf barocken Instrumenten mit ihrem weichen Klang solch schöne Werke wie die Kantaten von Bruhns aufführten, dann wird es einem so warm ums Herz, dass man erst am Ende des Konzerts die kalten Füße spürte.

Nikolaus Bruhns (1665 – 1697) wurde von seinem Lehrer Dietrich Buxtehude als Ausnahmetalent bezeichnet. Von Bruhns, ausgebildeter Violinist, Gambist und Organist, sind unter anderem zwölf geistliche Kantaten überliefert. Die bekanntesten und schönsten davon schlugen die Zuhörer in der Interpretation der Vokalisten und Instrumentalisten der Capella Weilburgensis in ihren Bann. Im Chor mit zehn Sopran, neun Alt, je vier Tenor und Bass, singen engagierte Laien, die zum Teil schon seit Jahren Gesangsunterricht nehmen. Kantorin Doris Hagel ist es gelungen, die Stimmen zu einer Klangeinheit von bezaubernder Reinheit und Leichtigkeit zu verschmelzen.

In den Pianos waren die Stimmen sowohl bei schlichten Harmonien als auch in polyfonen Strukturen ausgewogen und transparent: Sie schwebten wie durchsichtiges Gewebe durch das Gotteshaus und umgarnten das Publikum. Weiches Ansingen, bruchlose dynamische Steigerungen und Abschwächungen, fließende Melodielinien, präzise Harmoniewechsel und Chromatiken, gute Aussprache und verinnerlichte Ausdeutung des Textes sowie federnder Rhythmus, von Doris Hagel im Dirigat vorgegeben, zeichnete die Interpretationen der Capella Weilburgensis Vocalis aus. Einzige nennenswerte Schwäche des Chors: Ab dem Mezzoforte verlieren die Männerstimmen an Präsenz.

von Helmut Rottmann

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