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Kindlicher Spaß am drastischen Spiel mit dem Ekel

Kabarett Kindlicher Spaß am drastischen Spiel mit dem Ekel

Anarcho-Clown Leo Bassi zeigte beim „Marburger Kabarettherbst“ sein neues Programm „Utopia“.

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Der Weißclown in der Maske: Leo Bassi schminkt sich auf der Bühne.

Quelle: Carsten Beckmann

Marburg. Die Gefahr lauerte in Reihe fünf. Dorthin – so Leo Bassis Theorie – wollte er die rohen Eier mit dem Fünfer-Eisen dreschen, denn in Reihe fünf vermutete er die ihm verhassten Golfspieler im Publikum. Flecken auf keck hervorgestreckten Hosenbeinen gab’s am Freitagabend letztlich auch in Reihe zwei des ausverkauften Kulturladens. Hühnereier sind ballistisch unzuverlässiger als Bälle, und Leo Bassi ist nun nicht gerade ein Tiger Woods.

Glitschige Eier, klebriger Honig, aus Eigenexkrementen bestehende Snacks – in dem mittlerweile 58-jährigen Anarchoclown steckt immer noch jede Menge kindlicher Spaß am drastischen Spiel mit dem Ekel. Doch eine Spur ernster ist er geworden, noch böser und zynischer, wenn es darum geht, die Berlusconis und Madoffs dieser Welt verbal ans Kreuz zu nageln. Bassis neues Programm „Utopia“ setzt in der finsteren Vergangenheit an, um in einer goldenen Zukunft zu landen: von den Höhlenmalereien in Namiba und Spanien über die Schützengräben von Verdun bis zur Revolution, die – vielleicht – in 20.000 Jahren ganz von selbst kommt.

von Carsten Beckmann

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