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Kindertheaterfestival endet Samstag

Preisverleihung Kindertheaterfestival endet Samstag

Am Samstagabend beginnt um 18 Uhr im Theater am Schwanhof die Verleihung der Preise für die besten Stücke der Kinder- und Jugendtheaterwoche.

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Theaterrequisiten zum Anfassen: „Schritt für Schritt“.

Quelle: OP

Marburg. 2.000 Euro hat der Freundeskreis des Hessischen Landestheaters für das erstplatzierte Stück ausgesetzt. Der zweite und dritte Platz sind nicht dotiert. Bei der Hitliste der OP haben die Zuschauer den erste Betrag des Festivals „Klasse, Klasse“ an die vorläufige Spitze gewählt. Wer den Preis bekommt, entscheidet jedoch die Jury.

„Schritt für Schritt“ wäre bestimmt ein sicherer Favorit, würden Dreijährige entscheiden: Silvia Pahl und Klaus Wilmann gelang es, eine ganze Horde kleiner Zuschauer für mehr als eine halbe Stunde mit Schritten bestens zu unterhalten. Die beiden Schauspieler waren hinter einer Wand versteckt und zeigten nur ihre Füße, die dann allerlei Mätzchen machen. Laufen, schreiten, hüpfen, dann spazierte nur jeweils ein Fuß die kleine Bühne entlang, dann kamen sich vier Füße ins Gehege. Die Kinder lachten und quietschen vor Vergnügen. Und nach der Vorstellung durften auch sie mit Blättern rascheln und in der Matsche spielen.

Trotz oder wegen der komplizierten Familienverhältnisse kam das Spiel „Wir alle für immer zusammen“ (theater überzwerg, Saarbrücken) bei den Zuschauern an: Polleke ist elf. Ihre Eltern leben getrennt. Papa ist ein Dichter, der nicht schreibt, sondern mit Haschisch dealt. Er wird von seiner zweiten Frau Sina, mit der er ein Kind hat, vor die Tür gesetzt. Papas neueste Freundin wirkt völlig bekifft. Total peinlich ist für Polleke die Affäre, die ihre Mutter mit ihrem Klassenlehrer anfängt. Auch Polleke ist Dichterin, eine, die Gedichte schreibt. Dass ihr Herz ausgerechnet für Mimun schlägt, macht ihr Leben nicht einfacher. Mimuns Eltern stammen aus Marokko und wünschen sich für ihren Sohn eine muslimische Frau. All das klingt nach schwerer Kost, wird jedoch sehr leicht und witzig serviert. Bald wird klar, dass Polleke diejenige ist, die am besten weiß, wo es lang geht. Ein schöner Ansatz für ein Kindertheaterstück, das seine Längen hat.

Was das Kasperle in Shakespeares Sommernachtstraum zu suchen hat, erklärt die erfrischende Inszenierung des „Theaters Waidspeicher“ aus Erfurt. Helena ist verrückt nach Demetrius, Demetrius liebt die schöne Hermia, Hermia hat nur Augen für ihren Lysander. Um dem Gefühlschaos zu entrinnen, fliehen die Liebeskranken in den Wald. So weit so gut, die altbekannte Handlung. Doch da tauchen plötzlich Handpuppen aus dem Kasperle-Theater auf. Sie planen die Inszenierung eines Theaterstücks und diskutieren über „Gruppendynamik“ und den pädagogischen Wert ihres Stückes. Die Kombination der Theater-Elemente verzaubert die Zuschauer und bringt sie zum Lachen.

von Christine Krauskopf, Ines Dietrich und Barbara Funck

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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