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Marburg Keine Umbenennung von „2M Marburg Mall“
Marburg Keine Umbenennung von „2M Marburg Mall“
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19:09 26.02.2018
Das ehemalige Allianzhaus an der Universitätsstraße/Gutenbergstraße wird saniert und umgebaut. Die Namensgebung „2M Marburg Mall“ stößt weiterhin auf Kritik. Quelle: Tobias Hirsch
Marburg

„Die Aussprache des Abends“ nannte Stadtverordnetenvorsteherin Marianne Wölk (SPD) die Aussprache zum Tagesordnungspunkt „Benennung des Allianzhauses“. Auf Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen sollte die Stadtverordnetenversammlung beschließen, dass der Magistrat beauftragt wird, auf den Eigentümer des Geschäftshauses an der Ecke Universitätsstraße/Gutenbergstraße, das aktuell saniert und umgebaut wird, einzuwirken.

Es sollte eine Benennung des sogenannten, ehemaligen Allianzhauses „auf Grundlage eines multimedial gestützten Abstimmungsverfahrens“ vorgenommen werden, um „eine möglichst hohe Akzeptanz für die Benennung des Neubaus“ zu erreichen.

Bürgerbeteiligung solle ernst genommen werden, forderte Marco Nezi, Stadtverordneter der Antrag stellenden Fraktion. Er begründete den Beschlussvorschlag damit, dass der Name „2M Marburg Mall“ ein Beispiel „für scheinbare Nebensächlichkeiten“ sei, die durchaus ernst genommen werden müssten. Wenn man den Marburgern mal zuhöre, würden viele sagen, dass der Name lächerlich klinge – und im Prinzip eine „Lachnummer“ sei. Somit sei eine Identifikation mit diesem Namen nicht möglich.

Im Zuge der Erneuerung des Geschäftshauses hatten im Juni 2017 Stadt, Stadtmarketing und Werner Projektentwicklung vier Wochen lang mittels Wettbewerb einen neuen Namen für das Gebäude gesucht. Aus 255 Vorschlägen hatte „2M Marburg Mall“ gewonnen.

Klaus Diegelmann, Geschäftsführer der Werner Projektentwicklung GmbH, hatte erläutert, dass mit dem Namenswettbewerb die Öffentlichkeit eingebunden werden sollte. Die Projektentwicklungsgesellschaft Werner ist als leitende Kraft beim Umbau tätig. Doch schon damals wurde der Name kontrovers diskutiert (die OP berichtete). Nezi sagte, dass vor allem der Begriff „Mall“ problematisch sei – und zitierte die Worte des ehemaligen Oberbürgermeisters Egon Vaupel: „Unsere Mall in Marburg ist die Oberstadt“.

Andrea Suntheim-Pichler, Fraktionsvorsitzende von Bürger für Marburg (BfM), entgegnete: „Es geht uns nichts an, wie das Gebäude genannt wird.“ Grundsätzlich habe der Ankermieter ein großes Mitspracherecht. Dies ist der Tegut-Markt, der weiterhin Hauptmieter bleiben wird. Die Werner-Gruppe baut für das Fuldaer Lebensmittelunternehmen Gebäude.

Suntheim-Pichler betonte: „Bürgerbeteiligung ist grundsätzlich toll, aber hier nicht geeignet.“ Aufgrund der – in Bezug auf die Einwohnerzahl Marburgs – relativ geringen Beteiligung an dem Namenswettbewerb fragte die BfM-Fraktionsvorsitzende: „Wen interessiert das überhaupt, wie das Gebäude heißt?“

Thorsten Büchner, stellvertretender Stadtverordneten-Vorsteher der Marburger SPD, plädierte für einen entspannteren und gelasseneren Umgang mit dem Thema. „Die Leute geben den Dingen doch selbst den Namen, den sie ihnen geben
wollen.“

Mit B90/Die Grünen stimmten die Linken und die Piratenpartei für den Antrag, SPD, CDU, FDP und BfM stimmten dagegen. Bei Enthaltung der Marburger Bürgerliste wurde der Antrag abgelehnt.

von Simone Schwalm