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Marburg Katzen-Kuschler sind stets willkommen
Marburg Katzen-Kuschler sind stets willkommen
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11:57 27.01.2019
Fortuna Gathmann mit Labrador-Omi Meili im Gehege des Tierheims Cappel. „Ältere Hunde haben es im Tierheim besonders schwer“, sagt die Tierpflegerin. Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Hündin Yala sieht ein bisschen aus wie ein Superheld mit ihrer Brille. Oder wie ein Skifahrer. Lustig schaut sie allemal aus. Dabei ist die Leidensgeschichte der hübschen Schäferhündin gar nicht zum Lachen. „Als sie zu uns ins Tierheim gebracht wurde, konnte sie kaum noch etwas sehen“, erinnert sich Fortuna Gathmann, Tierpflegerin im Cappeler Tierheim.

Yala leidet an der schäferhundspezifischen Augenkrankheit KSC. Diese wurde, bis sie ins Tierheim kam, nie behandelt, was sich an der braunen Pigmentierung an den Augen erkennen ließ. Aber dank guter Behandlung verbesserte sich der Zustand sehr schnell, so dass Yalas Sehvermögen mittlerweile fast vollständig wiederhergestellt ist, betont Gathmann. Einziges Manko: Sie muss ihr Leben lang morgens und abends Augentropfen bekommen und die UV-Brille tragen.

Diese hübschen Katzen namens Möhre und Knolle gehören zu einer Rasselbande,­ die wild lebte. Sie sind aktuell noch etwas schüchtern und ziehen sich beim Kontakt mit fremden Personen zurück. Wenn sie sich eingewöhnt haben, sind die Mädels aber schon neugierig und lassen sich auch streicheln. Quelle: Nadine Weigel

Allerdings nur, wenn die Sonne scheint. „Bei wolkigem Himmel braucht sie sie nicht.“ Die liebenswerte Schäferhündin ist einer von 15 Hunden, die momentan in Cappel auf ein neues Zuhause warten. Im vergangenen Jahr waren es 196 Hunde, 342 Katzen und 143 Kleintiere, die zeitweise im Cappeler Tierheim lebten. „Die meisten bleiben drei bis vier Monate bei uns, bis sie vermittelt werden“, erklärt Gathmann.

Die Schäferhündin Yala war fast blind als sie ins Tierheim kam. Dank guter Behandlung kann sie nun aber wieder normal sehen. Sie braucht aber weiterhin Augentropfen­ und muss bei Sonnenlicht diese UV-Brille tragen. Sie ist liebenswert und sehr menschenbezogen. Quelle: Nadine Weigel

2018 stellte der Chihuahua-Gau die größte Herausforderung für die Tierheimmitarbeiter dar. Mehr als 80 völlig verwahrloste Chihuahuas waren aus einem Tiersammler-Haus gerettet worden. Mehr als 20 der kleinen Hunde wurden in Cappel untergebracht. „Das war schon hart“, erinnert sich Gathmann.

Labrador-Seniorin Meili (geb. 2007) wurde aus persönlichen Gründen im Tierheim abgegeben. Sie ist sehr freundlich, menschenbezogen und gutmütig. Sie ist trotz ihres Alters noch fit und freut sich auf kleine Spazierrunden und viele Streicheleinheiten. Sie kann leider nicht allein bleiben. Quelle: Nadine Weigel

Dagegen gehören die jetzigen zu vermittelnden Vierbeiner zum Alltagsklientel im Tierheim: So wie die Labrador-Omi Meili. Die zwölfjährige Hündin wurde im Dezember aus „privaten Gründen“ abgegeben. „Ältere Hunde leiden sehr im Tierheim“, betont Gathmann und streichelt der verschmusten Meili über den Kopf. Tiersenioren ließen sich schwieriger vermitteln, da die meisten Interessierten auf der Suche nach einem Fellfreund fürs Leben sind, so die Expertin. „Und das Leben eines Hunde-Seniors ist eben absehbar.“

Der hübsche, 71 Zentimeter große Schäferhund namens Spike bringt rassetypische Eigenschaften mit. Auch wenn er mit seinen drei Jahren noch sehr ungestüm ist, zeigt er sich gelehrig, aufmerksam und motiviert. Er ist sportlich und braucht aktive Auslastung mit viel Menschenkontakt. Quelle: Nadine Weigel

Neben Hunden und Katzen werden auch Kaninchen, Meerschweinchen und Reptilien wie zum Beispiel Bartagamen abgegeben. Das Tierheim Cappel wird zu 50 Prozent aus Spenden finanziert. Die andere Hälfte übernehmen die Gemeinden.
„Neben Futterspenden und Menschen, die mit unseren Hunden Gassi gehen, freuen wir uns auch besonders über Katzen-Kuschler“, sagt Gathmann. Denn für Katzen bedeutet der Tierheimaufenthalt immer besonders großen Stress und häufig auch Langeweile.

Die Katzen-Omi Mäxi kam ins Tierheim, nachdem ihre Besitzerin verstarb. Sie ist mit ihren 13 Jahren noch aktiv und neugierig. Sie ist verschmust und hat ihren eigenen Kopf. Gut wäre eine Katzenklappe, weil sie begeisterte Freigängerin ist. Andere Katzen mag sie allerdings nicht. Quelle: Nadine Weigel
  • Wer Interesse an einem Tier hat, erreicht das Tierheim täglich (außer dienstags) von 9 – 11 Uhr und 14 – 15 Uhr unter der Nummer: 06421/46792 .

von Nadine Weigel