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Marburg Kampagne in Rot für mehr Rücksicht
Marburg Kampagne in Rot für mehr Rücksicht
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00:17 06.11.2018
Plakate in der Gisselberger Straße in Marburg: Unter dem Titel „Marburg miteinander – fair im Verkehr“ wirbt die Stadt Marburg dafür, mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

„Marburg nennt sich zwar selbst ‚soziales Herz Deutschlands‘, aber im Straßenverkehr ist davon wenig zu spüren“, konstatierte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) und spielt damit auf die oft fehlende Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer untereinander an.

Verkehr ist das Dauerthema in Marburg, einer Stadt, wo nicht genug Platz ist. „Wir können den Straßenraum nicht vergrößern, aber ihn vernünftig nutzen, wenn wir uns wie Erwachsene aufführen“, fügte Spies hinzu, und er ist sich sicher: „Wenn alle rücksichtsvoll miteinander umgehen würden, dann wären viele Probleme verschwunden.“

Und damit alle im Marburger Straßenverkehr täglich daran erinnert werden, hat die Stadt 300 rote Plakate an Straßenlaternen aufhängen lassen. Über Monate möchte sie mit der Aktion „Marburg miteinander – fair im Verkehr“ aufmerksam machen. Dazu wurden drei Motive entworfen, die sich unterschiedlich stark an die verschiedenen Gruppen von Verkehrsteilnehmern richten. „Wir wollen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger ermahnen, wir wollen anregen, über das eigene Verhalten und mögliche Auswirkungen nachzudenken.“

  • Das erste Motiv ruft insbesondere Fußgänger, Fahrradfahrer und Sportler dazu auf, sich gerade in der dunklen Jahreszeit hell und auffällig zu kleiden. Reflektoren, helle Jacken und Hosen, Warnwesten, zusätzliche Lampen machen aufmerksam und können Unfälle verhindern. Hundehalter sollten auch nicht vergessen, ihre Vierbeiner mit Reflektoren an Halsband, Leine oder Geschirr auszustatten. „Dieses Motiv haben wir besonders vor den Marburger Schulen plakatiert, um Eltern darauf aufmerksam zu machen, dass eine helle Jacke ihr Kind deutlich sichtbarer und damit sicherer unterwegs sein lässt“, erklärte Spies.
  •  Das zweite Motiv betont: „Rot ist rot“. Es zeigt einen Radfahrer, der eine rote Ampel ignoriert, dadurch einen Fußgänger anfährt und verletzt. Für Spies ist ein „rotes Ampelzeichen eine gesetzlich vorgeschriebene Verkehrsregel, die deutlich zeigt, dass hier und jetzt gehalten werden muss“. Radfahrer, die das ignorieren, „gefährden nicht nur sich, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer“.
  • Mit dem dritten Motiv soll auf den 1,50-Meter-Sicherheitsabstand aufmerksam gemacht werden. „Abstand rettet Leben“ steht in großen Lettern auf dem Plakat. Das gilt sowohl für Autos, die Radfahrer und Fußgänger überholen, als auch für Radfahrer, die an parkenden Autos vorbeifahren.

Fachdienstübergreifend wurde die Kampagne entwickelt, in naher Zukunft sollen Verbände wie ADAC, ADFC sowie die Verkehrswacht und die Polizei für die Weiterentwicklung der Aktion mit einbezogen werden. Und für die Autofahrer, denen die Schrift auf den Plakaten zu klein ist, wurden die 15 großen Werbe-Holztafeln an den Einfall-straßen auch noch beklebt.

von Katja Peters