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KFZ bekommt großen Konzertsaal

Stadthallenpläne KFZ bekommt großen Konzertsaal

Die Würfel für den Umbau und die Sanierung der Stadthalle sind gefallen. Gestern stellte der Kulturladen KFZ im Cineplex die Pläne für sein neues Domizil in der Stadthalle vor.

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Die Grafik zeigt den künftigen großen Veranstaltungssaal des Kulturladens KFZ im Untergeschoss der Stadthalle: 320 Quadratmeter groß und sieben Meter hoch soll er unbestuhlt 600 Besucher aufnehmen. Integriert sind eine Empore (rechts oben) und eine Theke

Marburg. Die Marburger Innenstadt wird sich in den kommenden Jahren deutlich verändern: Schon 2014 soll der Deutsche Sprachatlas auf dem jetzigen Parkplatz neben dem Parkhaus am Pilgrimstein fertig sein. 2016 soll die neue Unibibliothek am Rand des Alten Botanischen Gartens bezogen werden. Und im Herbst 2015 sollen - wenn alles klar geht - das sanierte Universitätsmuseum und die komplett umgebaute Stadthalle wieder eröffnet werden.

Seit Jahren wird in Marburg das 24-Millionen-Euro-Projekt Stadthalle kontrovers diskutiert. Diese Summe ist der Netto-Betrag, letztlich wird der Umbau der Stadthalle brutto eher 30 Millionen Euro kosten - das ist allen Beteiligten klar. So betonte Marburgs Baudezernent Dr. Franz Kahle (Grüne) gestern bei der gut besuchten Vorstellung der Pläne für den Kulturladen KFZ in die neue Stadthalle: „Die Stadthalle ist unser größtes kommunalpolitisches Hochbauprojekt der nächsten Jahre.“ Der aus Sicht der rot-grünen Koalition wichtigste kommunale Innenstadtbaustein soll zugleich Zukunftsperspektiven für das KFZ, „unser größtes soziokulturelles Zentrum“ bieten.

Nach Ansicht von Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD), der die Umbaupläne maßgeblich vorangetrieben hat, soll das künftige „Haus der Stadtgesellschaft“ dazu beitragen, Marburg „so zu gestalten, dass auch künftige Generationen genauso viel Spaß haben, hier zu leben, wie die Menschen heute“. Die künftige Stadthalle wird neben dem Hessischen Landestheater auch Marburg Tourismus und das KFZ beherbergen sowie durch direkte Übergänge auch mit dem neuen Gebäude der Martin-Luther-Schule verbunden sein. Baubeginn ist im Juni kommenden Jahres, mit der Eröffnung rechnet Baudirektor Jürgen Rausch im Oktober 2015.

Das KFZ, um das es gestern in erster Linie ging, ist eines von drei soziokulturellen Zentren in Marburg neben der Waggonhalle und dem G-Werk auf dem Afföllergelände. Vor 35 Jahren gegründet ist es auch das älteste Kulturzentrum der Stadt.

Pro Jahr bietet es rund 200 Veranstaltungen, die von rund 40000 Menschen besucht werden. Mehr geht am jetzigen Standort in der Schulstraße nicht, der durch den Neubau eines Wohngebäudes ohnehin als Veranstaltungsort etwa für Rockkonzerte gefährdet ist. Das Zentrum ist, so KFZ-Geschäftsführer Gero Braach, nach dem Hessischen Landestheater der zweitgrößte Kulturanbieter der Stadt. Seine Kollegin Sabine Welter hob die Bedeutung des KFZ als „weicher Standortfaktor“ in einer Universitätsstadt hervor.

War das KFZ schon bislang das größte und mit rund 130000 Euro pro Jahr von der Stadt am besten unterstützte Zentrum, so wird sich diese Stellung nach dem Umzug in die neuen Räume noch einmal deutlich ändern. Insgesamt wird das KFZ in der Stadthalle über dreimal so viel Raum verfügen wie am heutigen Standort: Das heutige Restaurant wird abgerissen und dort in der Tiefe ein 320 Quadratmeter großer, sieben Meter hoher Konzertsaal mit einer Empore entstehen. Er ist mehr als doppelt so groß wie der heutige Veranstaltungsraum. Der Saal wird mit einem massiven Holzboden ausgestattet, die Wände werden auch aus Gründen des Schallschutzes mit geschwärzter Seekiefer verkleidet. Dieser Saal soll unbestuhlt 600 Besuchern Raum bieten, bestuhlt 340.

Unter dem heutigen Eingang entsteht ein zweiter Clubraum, der mit 100 Quadratmetern nur unwesentlich kleiner ist als der heutige KFZ-Saal etwas kleiner ist. Hinzu kommen Büros, Künstlergarderoben, ein Foyer und eine KFZ-eigene Gastronomie. Für das KFZ endet damit die jahrelange Suche nach einem neuen, größeren Quartier. Sicher ist, dass mit der Entscheidung in den kommenden Jahren auch über einen neuen Kulturetat diskutiert werden muss.

von Uwe Badouin

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