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Junge Musiker spielen jungen Mozart

Chorgemeinschaft der Stiftsschule Amöneburg Junge Musiker spielen jungen Mozart

Dass Mozart als Wunderkind galt ist gemeinhin bekannt. Wenn man seine Werke aus seinen jungen Jahren hört, erschließt sich, warum das so ist.

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Die Chorgemeinschaft der Stiftsschule führte – unterstützt vom Marburger Kammerorchester – Werke des jungen Mozart auf.Foto: Mareike Bader

Stadtallendorf. Beim Chorkonzert standen am Sonntagabend Werke des jungen Mozart im Alter von 12 bis 22 auf dem Programm. Es ist erstaunlich mit welchem musikalischen Gespür sich Mozart bei diesen geistlichen Werken mit den theologischen Texten auseinandersetzt. Und das in dem Alter.

Mit gerade einmal 12 Jahren komponierte er Anfang 1769 die „Missa brevis in d-Moll KV 109“. Und als ob eine zweite Messvertonung noch nicht genug sei, schreibt er sie auch noch konsequent in Moll und das Ganze klingt dann trotzdem tänzerisch, beschwingt und leicht.

Passend zu den jungen Mozart-Werken hörten die gut 250 Besucher in der St. Michael Kirche junge Solisten. Sophia Ried und Theresa Schäfer konzertierten mit Flöte und Harfe beim langsamen Satz des „Konzert in C-Dur für Flöte, Harfe und Orchester KV 299“ wunderbar miteinander und zeigten sehr deutlich den Unterschied der kräftigen, meist in legato spielenden Querflöte und der leiseren, dafür fein in staccato akzentuierten Harfe auf. Nach dieser Entführung in eine traumhafte Musikwelt war es für das Publikum wie eine Erleichterung endlich applaudieren zu dürfen. Aber auch die Sopranistin Judika Tschammer, die letztes Jahr ihr Abitur gemacht hat, und die Flötistin Lena Bröcher überzeugten bei ihren Solo-Darbietungen.

Im Mittelpunkt standen jedoch die 40 Sängerinnen und Sänger der Chorgemeinschaft der Stiftsschule, unterstützt vom Marburger Kammerorchester und den vier Solisten Sina Göbel, Birgitt Küllmar, Michel Bauer und Hanns Pommerien. Die Architektur der modernen St. Michael Kirche verbreitete einen wunderbar vollen und warmen Klang. Gerade beim kontrastreichen Chorsatz des Offertoriums „Inter natos mulierum KV 72“ waren die einzelnen Stimmen und die Verwebung miteinander schön und deutlich zu hören. Auch bei der vorangegangenen „Litaniae Lauretanae B-Dur KV 109“ unterstützte das große, breite Schiff die anschwellende Dynamik des Chores und den tollen Zusammenklang der beiden Solistinnen.

Der Höhepunkt war das feierliche „Te Deum C-Dur KV 141“, bei dem Chor und Solisten herrlich abwechselnd und miteinander erklangen. Das Publikum dankte es mit einem langen und kräftigen Applaus und einzelnen stehenden Ovationen.

Das gleiche Programm war gestern Abend in der Amöneburger Stiftskirche noch einmal zu hören.

von Mareike Bader

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