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Marburg Junge Bands kommen gut an
Marburg Junge Bands kommen gut an
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18:14 26.08.2012
Die Band Jake Bedlam überraschte mit einem neuen Sound. Rechts: Ganz bei der Musik – der Schlagzeuger der Band Lady von Epinal. Quelle: Jan Bosch
Marburg

Unzählige Besucher strömten schon in den späten Stunden des Samstagnachmittag auf die Lahnwiesen gegenüber der Mensa, wo Musikkultur Marburg und Therapy Records in Kooperation mit der Kulturloge Marburg das Lahnwiesen- Open-Air-Festival organisierten. Die Zahl der Zuschauer stieg während des Abends auf fast eintausend Musikbegeisterte an!

Vor der Bühne wurde zur Musik von Black Jump, Cross, Jake Bedlam, Lady von Epinal, earl und The Heads ordentlich abgefeiert. Die Bands unterstützten das kostenfreie Festival, indem sie auf ihre Gagen verzichteten. Viele Grüppchen, darunter zahlreiche Familien mit Kindern, verteilten sich auf dem Gelände und genossen zu verzerrten Gitarrenriffs ein kühles Bier in den Strahlen der untergehenden Sonne.

Black Jump eröffneten das Festival mit derben Grunge-Tönen. Soliden Indie-Rock boten Lady From Epinal der stetig wachsenden Menschenmasse. Als die Hard-Rocker von Cross die ersten Takte in die Saiten der Gibson prügelten, flogen auf der Bühne und bei den Zuschauern die ersten Haare durch die Luft.

„Das ist ja Wahnsinn, was die hier auf die Beine gestellt haben“, freute sich ein älterer Herr im Publikum, der sich zwischen Double Base und gefärbten Haaren nicht unwohl fühlte.

Die für ihre ausufernden Metal-Eskapaden bekannten (und gefeierten) Jake Bedlam kamen im neuen Klangkleid daher. Dem ruhigen Indie haben sie sich die letzten Monate mit neuer Besetzung hingegeben, herausgekommen sind tolle Songs mit Synthesizer und viel Hall.

Die Headliner des Abends brachten die Menge dann zum Kochen. Die Indie-Rocker von earl wurden schon begeistert vom Publikum erwartet und mit viel Jubel empfangen.

The Heads aus Kirchhain überzeugten wieder mit grundsolidem Rock‘n‘Roll, bei dem kein Bein stillstehen konnte.

Jake Bedlam, Frontmann der gleichnamigen Band, ist auch Organisator des Open Air. „Ich wollte zum einen eine Plattform für junge Bands aus Marburg und Umgebung schaffen, zum anderen die Arbeit der Kulturloge unterstützen“, sagt Bedlam im Interview. Ziel der Kulturloge ist es, nicht verkaufte Eintrittskarten, die von den Veranstaltern zur Verfügung gestellt werden, an Menschen mit geringem Einkommen kostenlos weiterzugeben. Hilde Rektorschek, Vorsitzende der Kulturloge Marburg, hatte die jungen Musiker tatkräftig bei der Umsetzung der Veranstaltung unterstützt.

„Ich kenne die Situation, wenn man sich Konzerte nicht leisten kann, aus eigener Erfahrung“, so Bedlam, „und will unbedingt die Arbeit der Loge unterstützen.“ Langfristig sollen auch überregional bekannte Bands eingeladen werden, um das Festival noch größer aufzuziehen. Das Gratis-Konzept soll bleiben, die Kosten durch Sponsoren gedeckt werden und bei den Zuschauern werden Spenden für einen guten Zweck gesammelt.

von Jan Bosch

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