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Marburg Junger Verein übt sich in "sanfter Kunst"
Marburg Junger Verein übt sich in "sanfter Kunst"
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14:22 19.02.2018
Dojo-Leiter Manuel Leckebusch (dunkles Hemd) zeigt, wie man einem Fußtritt ausweicht. Quelle: Michael Seehusen
Marburg

Für die Freunde der „sanften Kunst“ der Selbstverteidigung gibt es mit dem Ju-Jutsu SV Marburg eine neue Anlaufstelle. Die Steuerberaterin Ute Leckebusch gehört mit ihren Söhnen Michael und Manuel zum „Kern“ des Vereins. Seit vielen Jahren sind sie begeisterte Ju-Jutsu-Sportler, die ihr „Handwerk“ in Kassel gelernt haben.

Manuel, Inhaber einer Trainer-B-Lizenz, gibt schon seit längerer Zeit Kurse in Selbstverteidigung und wurde immer wieder darauf angesprochen, ob er Ju-Jutsu in einem Verein in Marburg lehren wolle.

Am 1. Februar 2017 war es schließlich so weit. Auf der Gründungsversammlung wurde Michael zum 1. Vorsitzenden, Manuel zum Stellvertreter, Ute Leckebusch zur Schatzmeisterin sowie Hannelore Ronzheimer zur Schriftführerin gewählt.

„Beim Ju-Jutsu gibt es 
nicht so viel Krims-Krams“

Dies war indes der erste Schritt, es folgte der Weg zur „amtlichen“ Anerkennung des Vereins. Dabei freute sich Ute Leckebusch über die hilfreiche Unterstützung und Tipps des Landessportbundes Hessen, des Sportkreises Marburg-Biedenkopf und auch des Finanzamtes. Vor zwei Wochen kam Christopher Müller (Biedenkopf) vom Hessischen Ju-Jutsu-Verband zum Vereinstraining, fand alles zu seinem Wohlgefallen vor.

Und vor wenigen Tagen erhielt der Ju-Jutsu SV Marburg die Mitteilung, dass er in den Verband aufgenommen wurde. Ju-Jutsu ist ein moderner Selbstverteidigungssport.
Aus dem Japanischen übersetzt bedeutet Ju-Jutsu „sanfte­ Kunst“ und übernimmt Techniken aus anderen Kampfsportarten wie Judo, Aikido und Karate. Ju-Jutsu wurde in den 1960er-Jahren für Polizei, Justiz und Bundeswehr entwickelt.

Bei der Auswahl der Techniken wurde daher besonderer Wert auf den Nutzeffekt in der Praxis gelegt. Die ihn betreibenden Sportvereine sind im DJJV organisiert.

„Bei Ju-Jutsu gibt es nicht soviel Krims-Krams, sondern es ist reine Selbstverteidigung. Es wird die Kraft des Gegners ausgenutzt, um dessen Angriff ins Leere gehen zu lassen“, erläutert Ute Leckebusch.

Eifer und Zusammengehörigkeitsgefühl

Die Betonung liegt eindeutig bei der richtigen Einschätzung des Verhaltens bei Angriffen. „Man lernt auch, wie solche Situationen prinzipiell zu vermeiden sind und man seinen eigenen Kopf benutzt, um zu erkennen, halte ich eine solche Situation aus oder lasse ich es. Wir wollen fördern, dass sich in dieser Hinsicht kein falsches Selbstbewusstsein entwickelt“, sagt Michael Leckebusch.

Sein Dojo, den „Trainingsraum“, fand der Verein im Schwanhof und gestaltete ihn mit viel Eigenarbeit für seine Zwecke um.
Die Spende eines Marburger Ehepaares ermöglichte den ­Erwerb von Trainingsmatten. Momentan bietet der noch kleine Verein für seine Mitglieder im Alter von 12 bis 78 Jahren jeweils donnerstags von 18.30 bis 20 Uhr ein gemischtes Training an.

„Da ist dann immer der aktive Stamm der Mitglieder zusammen und die Übungen werden wiederholt, bis sie sitzen. Für Ju-Jutsu muss man nicht unbedingt besonders athletisch sein. Die Techniken sind für jeden schnell erlernbar und effektiv “, sagt Manuel Leckebusch.

Er freut sich über den Eifer und das Zusammengehörigkeitsgefühl während der Übungen. „Das Training macht viel Spaß, alle sind aufgeschlossen und locker. Und jeder kann von jedem lernen.“

Räumlich und finanziell enge Grenzen

Dabei soll aber auch der sportliche Ehrgeiz berücksichtigt werden. „Wir unterstützen selbstverständlich auch diejenigen, die den Ansporn haben, eine Gürtelprüfung zu bestehen oder das Ju-Jutsu-Sportabzeichen zu erhalten“, sagt Michael Leckebusch.

„Wir freuen uns auch auf neue Mitglieder und Interessenten und kommen gerne mit ihnen ins Gespräch.“ Und auch wenn dem jungen Verein räumlich und finanziell noch enge Grenzen gesetzt sind, an Ideen für zukünftige Vereinsaktivitäten mangelt es nicht: „Wir möchten etwa Fortbildungen zur Ersten Hilfe für unsere Mitglieder anbieten. Eine weitere Idee von mir wäre auch, Menschen mit Handicaps das Ju-Jutsu nahezubringen“, sagt Ute Leckebusch.

Weitere Informationen gibt es für Interessierte­ bei der Geschäftsstelle des Ju-Jutsu SV Marburg in der Cappeler Str. 45, Telefon 42022 oder auf der Homepage bei www.jujutsu-marburg.de (über Adresszeile des Browsers öffnen) im Internet.

von Michael Seehusen