Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 12 ° heiter

Navigation:
Jiddische Lieder voll lyrischer Ausdruckskraft

Musik Jiddische Lieder voll lyrischer Ausdruckskraft

Der Sound des Trios Stella und Ma Piroschka, das am Samstagabend in der Waggonhalle musizierte, ist einzigartig und von zauberischer Kraft: jiddische Chansons, die mitreißen und berühren und die in keine Schublade passen wollen.

Voriger Artikel
Ein „Parsifal“ ohne Weihe-Pathos
Nächster Artikel
Eindrucksvolle Klänge hin zum Licht

Vollblutmusiker am Werk: Stella und Ma Piroschka präsentierten jiddische Chansons in der Waggonhalle.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. „Nakhtike Muzik“ hieß das Programm, das die drei Künstler am Samstag präsentierten, nächtliche Musik also, die eine Welt der Träume, Sehnsüchte und Erinnerungen heraufbeschwor. Die Texte stammen von der Dichterin Rajzel Zychlinski, die 1918 in Polen geboren wurde und 2001 in Kalifornien starb. In ihrer Lyrik verschmelzen Elemente des modernen amerikanischen Großstadtlebens mit dem Geist des alten, osteuropäischen Schtetls.

Im Konzert entfaltete die jiddische Sprache eine eigene Wirkung - fremd und vertraut zugleich. Jiddisch ist eine mehr als tausend Jahre alte Sprache, wie Sängerin Stella erklärte. „Sie werden vielleicht einiges verstehen“, erläuterte sie dem Publikum, „denn das Jiddische ist aus dem Mittelhochdeutschen hervorgegangen“. Getragen wurde der Abend vom Können der drei exzellenten Musiker, allen voran Sängerin Stella. Mit ihrem wunderbaren Gesang verzauberte sie das Publikum, warm, voll, dunkel und ausdrucksstark war ihre Stimme. Sie gab den mal sehnsuchtsvollen, mal temperamentvollen Chansons ein überzeugendes Gesicht.

Ihr zur Seite stand der Musiker Ralf Böcker, der gleich vier Instrumente spielte, und das perfekt: Klavier, Akkordeon, Klarinette und Mundharmonika. Der dritte im Bunde war Andreas Hecht, der virtuos und mit Hingabe seine Gitarre zupfte, stets perfekt im Zusammenspiel mit den anderen beiden Künstlern. Die Chansons komponierte Damian Maria Rabe. Mit der expressionistischen Lyrik ­Zychlinskis verbanden sie sich zu einer neuen, zeitgemäßen Einheit, die dem Publikum sehr gefiel.

von Bettina Preussner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg