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Investition in den Kulturstandort

Gaswerksturm sanier Investition in den Kulturstandort

Für 570000 Euro hat die Stadt Marburg den alten Gaswerksturm saniert. Dort ziehen die Büros der freien Theatergruppe „german stage service“ und des Trauma ein.

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Oberbürgermeister Egon Vaupel (vorne) begrüßte den Architekten Gerd Kaut (2. von links) Vertreter der Verwaltung und die Nutzer des sanierten Gaswerkturms.Foto: Uwe Badouin

Marburg. „Ich bin beeindruckt“, sagte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) bei der Übergabe des Turms. 230 frisch sanierte Quadratmeter erstrecken sich über vier Etagen und das Erdgeschoss, verbunden durch eine stabil wirkende Treppe aus Stahl und Holz.

Noch im November werden das soziokulturelle Zentrum „Café Trauma“ und die freie Theatergruppe „german stage service“ ihre Büros in den Turm verlagern. Zudem wird eine Etage als Sozialraum, Küche und Backstage-Bereich für Bands genutzt, die im Trauma auftreten.

Mit der aufwändigen Sanierung des 1907 errichteten Turms ist der Kulturstandort auf dem alten Gaswerksgelände im Afföller erheblich aufgewertet wurden. Der „Kulturstandort Nord“ ist damit nahezu abgeschlossen.

2005 war der neue Standort eingeweiht worden: Im ehemaligen Theater neben dem Turm residiert seither das Trauma, direkt daneben wurde ein neuer Theaterbau für „german stage service“ errichtet. Insgesamt wurden damals von Stadt, Land Hessen und dem Trauma in den Standort rund 450000 Euro investiert.

Alle drei Gebäude liegen direkt an der Stadtautobahn. Sie sind fast das erste, was Autofahrer aus Richtung Norden kommend von der Stadt wahrnehmen.

„Es ist einer der Standorte für Soziokultur in Marburg“, sagte Vaupel. Er verteidigte die Investionen in die zuvor maroden Gebäude und den Theaterneubau: „Wir sichern den Standort Universitätsstadt Marburg auch mit dieser Baumaßnahme.“ Für ihn ist es nur eine Frage der Zeit, bis bundesweit mit Ablauf der G8- und G9-Doppeljahrgänge die Studierendenzahlen wieder zurückgehen. „Dann ist das Kulturangebot auch ein Argument für Marburg im Konkurrenzkampf um Studierende“, betonte der Marburger OB.

Geplant und betreut wurde die Sanierung des Turms von dem Marburger Architekturbüro Artec. Architekt Gerd Kaut verwies auf die vielen Schwierigkeiten. Das Gebäude musste komplett entkernt, die alten Stahlträger mussten ebenso wie das Dachtragwerk instand gesetzt werden. Komplett erneuert wurden die Haustechnik, die Fußböden. Hohe Investitionen seien zudem in den Brandschutz geflossen. Zwei Jahre lang dauert die Sanierung.

Rolf Michenfelder von „german stage service“ erinnerte noch einmal an die Anfänge im Jahr 1981. „Ohne uns gäbe es das Gebäude gar nicht mehr“, sagte der Marburger Theatermacher. Damals bekam seine Theatergruppe 15000 D-Mark, um sich in dem Turm erste Büros einzurichten. Vorher allerdings mussten zahlreiche Teerfässer und jede Menge Dreck entsorgt werden. Viele Etagen seien gar nicht nutzbar gewesen. „Wenn ich das jetzt sehe, weiß ich gar nicht, ob wir uns hier reintrauen können“, meinte er schmunzelnd.

Die Investitionen in die freie Marburger Kulturszene werden in den kommenden Jahren fortgesetzt. Der Kulturladen KFZ wird in die neue Stadthalle verlegt, bekommt dort eine große und eine kleine Veranstaltungshalle. Nur die Waggonhalle muss sich noch gedulden. Der Umbau der Stadthalle binde in den kommenden Jahren rund 25 Millionen, erst danach sei etwa an eine Sanierung der Waggonhalle zu denken. „Es muss in die Budget-Planung passen“, so Vaupel. Noch in diesem Jahr allerdings sollen die Arbeiten für die Kletterhalle auf dem Waggonhallen-Gelände beginnen.

von Uwe Badouin

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