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Marburg Instandsetzung der Steine braucht Zeit
Marburg Instandsetzung der Steine braucht Zeit
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14:32 22.02.2018
Anfang des 20. Jahrhunderts führten zwei Gehsteige über die Weidenhäuser Brücke. Zukünftig soll es erneut einen zweiten Gehweg ­geben, der an der Nordseite der Brücke angebracht wird. Quelle: Gebrüder Metz Verlag, zur Verfügung gestellt von der Stadt Marburg
Marburg

Der zusätzliche Gehweg auf der nördlichen Seite der Weidenhäuser Brücke hat bereits seit mehreren Jahren immer wieder für Zündstoff gesorgt (OP berichtete). Doch nun steht unumkehrbar fest: Die „Brücke im Herzen der Stadt“ erhält einen zweiten Weg für Fußgänger. Und das nicht zum ersten Mal: Noch Anfang des 20. Jahrhunderts führten zwei gepflasterte Gehsteige über die Brücke. Der Unterschied nun wird aber sein, dass sich nicht beide Gehwege auf der Brücke befinden. „Dann wären keine drei Fahrspuren mehr möglich“, erläuterte Thomas Engelbach, Leiter des Tiefbauamtes.

Daher soll auf der nördlichen Seite der Brücke der zusätzliche Gehweg über einen Stahl-Steg führen, der seitlich an der Brücke angebracht wird. Das habe­ laut Engelbach auch einen ­ästhetischen Vorteil, da so die Rohrleitungen an der Nordseite versteckt würden. Die Stegplatten sollen außerdem einen­ rutschfesten Belag erhalten. Die Vorbereitungsarbeiten und die Montage des Stegs sind für den Zeitraum vom 7. Mai bis zum 26. September geplant, sagte Engelbach, der den geplanten zeitlichen Bauablauf vorstellte.

Gehweg wächst mit der Höhe der Fahrbahn

Die Rekonstruktion des Gehwegs auf der südlichen Brückenseite­ ist erst für nächstes Jahr angesetzt. Angedacht ist, dass zwischen dem 15. April und dem 7. September 2019 der südliche Gehweg unter anderem mit rötlichem Naturstein gestaltet wird. Die zusätzliche Sandsteinlage diene als Verkleidung des Betons. Der Gehweg auf der Brücke wachse somit mit der Höhe der Fahrbahn um zirka 20 Zentimeter. Die Erhöhung resultiere aus dem Beton, der eingesetzt wird, um die Belastbarkeit der Brücke zu erhöhen.

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies betonte, dass viel mehr Beton „draufgepackt“ werden müsse, wenn mit der Sanierung noch später begonnen werde. „Aktuell tragen die Bögen nur eine Last bis zu 30 Tonnen“, informierte ­Engelbach. Um die Belastbarkeit zu erhöhen, soll alles, was sich über den Bögen befindet, daher herunter genommen werden. Der Beton werde da eingesetzt, wo er nicht zu sehen sei. Die Sandsteine sollen nach Möglichkeit wieder aufgebaut werden und neues Material nach Bedarf Verwendung finden.

Die Instandsetzung der Natursteine werde vermutlich die längste Zeit – von etwa Anfang April bis Ende Oktober – in Anspruch nehmen. Mit der Vollsperrung der Brücke am 26. Februar beginne auch der Rückbau, der bis Anfang Mai geplant ist. Zwischen dem 19. März und dem 13. April soll das Traggerüst eingebaut werden.

Brücke soll Ende Oktober einspurig befahrbar sein

Ab dann sollen neben der ­Instandsetzung der Natursteine und der Steg-Montage auch die Betonarbeiten, die Arbeiten an den Leitungen sowie die Abdichtung und der Belag erfolgen. Geplant ist, dass die Vollsperrung Ende Oktober aufgehoben und mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen werden kann. Ab dem 26. Oktober soll die Weidenhäuser Brücke wieder einspurig befahrbar sein.

Ob der Verkehrsfluss dann einspurig stadtauswärts führen soll, steht noch nicht fest. Während der ersten Infoveranstaltung (OP berichtete) hatten einige Marburger Bürger dazu angeregt, lieber eine stadteinwärts führende Spur zu öffnen. Spies verkündete daraufhin, dass dies noch einmal geprüft werde.

Der zweite Bauabschnitt ist bis zum 10. September 2019 geplant. Während dieses Abschnitts nehmen erneut die Instandsetzungsarbeiten an den Natursteinen sowie die Rekonstruktion des südlichen Gehwegs die meiste Zeit in Anspruch. Dagegen ist für die provisorische Treppe südwestlich vom Rudolphsplatz im Jahr 2019 lediglich der Monat März eingeplant.

Die Stahl-Treppe soll den Anschluss an die Weidenhäuser Brücke für Fußgänger vom Rudolphsplatz aus ermöglichen. Einen Durchgang zum Commerzbankgebäude werde es nach Aufstellung der provisorischen Treppe nicht mehr geben. Das Provisorium solle so lange als Anschluss dienen, bis der Rudolphsplatz umgestaltet wird, sagte der Oberbürgermeister. Dann sei ein Anschluss auf Niveau der Brücke geplant, da laut Spies das Ziel vollständige Barrierefreiheit sei.

Mit der Umgestaltung des ­Rudolphsplatzes müsse jedoch erst einmal gewartet werden bis die Sanierung der Weidenhäuser Brücke abgeschlossen ist – immerhin rechnet Spies bei der Sanierung des Rudolphsplatzes mit Kosten in Höhe von etwa 2,5 Millionen Euro.

von Simone Schwalm