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„Inspirierend, überzeugend, standhaft“

Unimuseum „Inspirierend, überzeugend, standhaft“

Viel Lob gab es bei der Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde des Museums für Kunst und Kulturgeschichte Marburg für die scheidende Museumsdirektorin Dr. Agnes Tieze.

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Bernd Höhmann (hinten von links), Professor Joachim Schachtner, Museumsdirektorin Dr. Agnes Tieze, Uni-Kanzler Dr. Friedhelm Nonne, Freundeskreis-Vorsitzender Horst Piringer, Karin Stichnothe-Botschafter, Susanne Piringer, Gretl Melsheimer und Jürgen Wiep.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Als Dr. Agnes Tieze im Oktober 2007 vom Frankfurter Städel nach Marburg kam, sollte dies nur eine Übergangslösung für zwei Jahre sein. Daraus sind nun viereinhalb Jahre geworden, in denen sie viel erreicht hat.

Der Vorsitzende des Fördervereins, Horst Piringer, bezeichnete bei ihrer Verabschiedung die Verpflichtung von Agnes Tieze „als Sternstunde für das Museum für Kunst und Kulturgeschichte“. Auch Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel, Dr. Markus Morr als Stellvertreter für Landrat Robert Fischbach und Professor Joachim Schachtner vom Uni-Präsidium reihten sich in die Lobeshymnen ein. Sie kennzeichneten die scheidende Direktorin als „inspirierend, überzeugend und standhaft“.

Einer der größten Erfolge in ihrer Zeit in Marburg sei die Vortragsreihe „Marburger Prominente führen ihr Lieblingsbild“ gewesen, in der Marburger Persönlichkeiten ihr Lieblingsbild aus dem Bestand des Universitätsmuseums aussuchten und verrieten, was ihnen daran gefalle.

Diese Reihe vereinte zwei Ziele der Museumsdirektorin: Die Aktivierung von Mitbürgern und die Konzentration auf den eigenen Bestand. Statt sich auf moderne Kunst zu konzentrieren und mit Leihgaben zu arbeiten, hielt sich Dr. Agnes Tieze an den Bestand, der ihr zur Verfügung stand. Auch beim Erwerb neuer Kunstwerke hatte sie stets ein gutes Auge für heimische und moderne Künstler. Durch ihr Engagement und die Vernetzung mit anderen Institutionen habe sie das Museum nach außen geöffnet und gezeigt, wie man Kunst attraktiv und aufregend präsentieren könne, so Piringer.

Aber nicht nur inhaltlich begann mit Tieze ein Umbruch im Museum, auch die Sanierung des in die Jahre gekommenen Ernst-von-Hülsen-Hauses hat sie mitbetreut, die Planungen orientieren sich an ihren Konzepten. Nach dem Motto „Kunst soll allen zugänglich sein“ soll versucht werden, das Unimuseum barrierefrei zu machen.

Zu ihren letzten Projekten gehört die Neukonzeption der fünften Etage des Wilhelmsbaus im Landgrafenschloss. Die Dauerausstellung „Echt hessisch? Landleben und Märchen“ wird zum Grimm-Jubiläum Anfang Dezember eröffnet. Die „Kunstsammlung Eitel“ lag Dr. Agnes Tieze besonders am Herzen. Vor ihrem Weggang nach Regensburg Ende März hat sie diese Sammlung der Marburger Kunstsammlerin vorbereitet, die nach der Sanierung im Unimuseum zu sehen sein wird.

Die Marburger Unternehmerin Hilde Eitel (1915–2010) beschloss bereits 1995 ihre hochkarätige Sammlung nach ihrem Tod dem Universitätsmuseum zu vermachen, unter der Auflage diese Werke auszustellen. Die Werke von Künstlern aus der Nachkriegszeit schließen eine Lücke im Museumsbestand. Aber auch bei den Skulpturen finden sich Höhepunkte wie die „Kleine Biga“ von Fritz König, deren Pendant „Große Biga“ vor der Alten Pinakothek in München steht.

von Mareike Bader

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