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Marburg Neubau für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Marburg Neubau für Kinder- und Jugendpsychiatrie
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00:16 20.03.2019
Auf diesem Gelände an der Schützenstraße soll ab August dieses Jahres der Neubau des Haupttraktes der Kinder- und ­Jugendpsychiatrie der Universität erfolgen.  Quelle: Tobias Kunz
Marburg

Auch am Ortenberg tut sich in Sachen Neubauten etwas. Dieses war eines der Themen bei der gemeinsamen Info-­Veranstaltung von Uni und Stadt. Die Kaufmännische Geschäftsführerin des Uni-Klinikums Gießen und Marburg (UKGM) am Standort Marburg, Dr. Sylvia Heinis, stellte die Planungen für einen Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) am Ortenberg vor.

Das neue Haus mit 77 Betten soll auf einem ehemaligen Gärtnereigelände an der Schützenstraße entstehen, unterhalb der bisherigen Gebäude der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Derzeit ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie am Standort Ortenberg auf sieben Gebäude verteilt. Diese Verteilung berge ein strukturelles Problem, weil sie die ­Wege komplizierter mache, erläuterte Heinis.

Auch dies habe für einen Neubau gesprochen, betonte Heinis. Außerdem entsprächen die vorhandenen Mehrbettzimmer ohne eigenes Bad nicht mehr dem heutigen Standard. Zudem seien auch weitere Vorgaben der Aufsichtsbehörden nur mit der Errichtung eines Neubaus einzuhalten.

Die Planungen sehen zwei T-förmige Neubauten vor, die einen geschützten Gartenbereich flankieren. Die dreigeschossigen Häuser bieten eine Nutzfläche von rund 8.000 Quadratmetern. Der Haupteingang des Gebäudes wird an der Schützenstraße liegen. Erste Baumfällarbeiten haben auf dem Areal schon begonnen.

Neubau steht nichts mehr im Weg

Der frühere Marburger Baudezernent Dr. Franz Kahle hatte den geplanten Neubau bereits vor einigen Jahren als eines der wichtigsten Marburger Bauprojekte bezeichnet. Auf jeden Fall hat das Projekt eine lange Vorgeschichte aufzuweisen. Nach langen Vorüberlegungen war aber dann eine Entscheidung dafür gefallen, die Kinder- und Jugendpsychiatrie wie auch den Standort für Erwachsenen-Psychiatrie am Ortenberg zu belassen.

So steht jetzt einem Neubau nichts mehr im Wege. Der Bauantrag sei jetzt bereits genehmigt worden, teilte Heinis mit. Die Bauarbeiten sollen dann im August dieses Jahres starten. Gerechnet wird mit 21 Monaten Bauzeit. Im zweiten Quartal 2021 soll das neue Haus dann voraussichtlich eröffnet werden.

Künftig sollen die 60 Planbetten der KJP auf fünf Stationen verteilt werden: eine Kinderstation, zwei Stationen für Kinder und Jugendliche, eine Jugendlichen-Psychotherapie-Station und eine geschützte Akutstation. Die Stationen werden mit jeweils zwölf Betten geplant, sollen aber für Notaufnahmen auch erweiterbar sein, insgesamt werden daher 77 Betten eingeplant. Hinzu kommen 23 Plätze in der Tagesklinik und in Ambulanzen. Diese Flexibilität sei wichtig, um Zweierzimmer aus medizinischen oder pflegerischen Gründen auch als Einzelzimmer belegen zu können, sagte Heinis.

Der geplante Neubau wird gemeinsame Ess- und Spielbereiche, Gruppenarbeitsräume, Therapieräume, Empfangsbereiche sowie Ambulanz-, Dienst und Arbeitsräume umfassen, außerdem gehört ein Garten mit Spielplatz zu der Anlage. Die Altbauten auf dem Areal sollen erhalten bleiben. Lediglich das jetzige Haupthaus der Kinder- und Jugendpsychiatrie soll nach dem Abschluss der Bauarbeiten und nach der Renovierung der „Schule für Kranke“ abgerissen werden. Die dadurch entstehende Freifläche soll den Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stehen.

von Manfred Hitzeroth