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Im Irrgarten der deutschen Sprache

Bastian Sick gastiert in der Marburger Stadthalle Im Irrgarten der deutschen Sprache

„Nur aus Jux und Tolleranz“ heißt das neue Programm des Sprachenretters Bastian Sick, mit dem er am Samstag, 14. April, ab 20 Uhr in der Stadthalle gastiert.

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Bastian Sick schlägt wortgewandt Schneisen durch den Sprach-Dschungel.

Quelle: Martin Zitzlaff

Marburg. Wie macht er das nur? Bastian Sick, 1965 in Lübeck geboren, verdient seine Brötchen mit Sprachführern durch den Irrgarten der deutschen Sprache. Und er lebt gut von Büchern wie „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“, „Happy Aua. Ein Bilderbuch aus dem Irrgarten der deutschen Sprache“ oder „Hier ist Spaß gratiniert“.

Der Übersetzer, Lektor und Autor der Spiegel online Kolumne „Zwiebelfisch“ macht aus dem richtigen Gebrauch von Sprache und Grammatik Unterhaltung. „Das hat sich aus meinem Beruf so ergeben, das war nicht geplant, der Erfolg schon gar nicht“, sagte er der OP.

Wer nun glaubt, das Lieblingsfach des Gymnasiasten Sick sei Latein gewesen, der irrt. „Ich habe mich für französisch entschieden, aus Liebe zu einer bestimmten Französin, der ich im Alter von sechs Jahren verfallen war“, sagt Sick. Und welche Französin war das? „Mireille Mathieu, der Spatz von Avignon.“

Deutsch war sein Lieblingsfach, zumindest stand es ganz oben auf der Hitliste dank eines „brillanten Deutschlehrers“. Und Geschichte und Sprachen.

1995 stieß Sick nach Abstechern beim Hamburger Carlsen-Verlag und dem Stadtmagazin Hinnerk als Dokumentationsredakteur zum Spiegel, 1999 landete er bei Spiegel online.

Damit begannt seine Karriere, denn Sick über nahm den „Zwiebelfisch“, eine sprachpflegerische Kolumne, in der er sich so unterhaltsam mit Zweifelsfällen der Grammatik, der Rechtschreibung und Ausdrucksweise beschäftigte, dass seine Buchreihe „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ eine Millionenauflage erreichte. Seither ist er der wohl populärste „Deutschlehrer“ einer von „denglish“ gebeutelten Nation.

Mit seinem unterhaltsamen Deutschunterricht will er alle Sprachinteressierten ansprechen, alle Altersschichten, beide Geschlechter - „und das Famose ist, dass das auch gelingt, Sprache ist ein universelles Thema“. Er weiß aber auch: „Zu mir kommen keine Mario-Barth-Anhänger“. Seine Fans sind „bildungsbeflissen, sind Menschen, die sich für Kultur interessieren“. Das sind verblüffend viele: Zur größten „Deutschstunde der Welt“ kamen im März 2006 15.000 Menschen zu Sick in die Kölnarena. Das schaffen sonst nur Popstars.

Für den Auftritt von Bastian Sick am Samstag ab 20 Uhr in der Marburger Stadthalle gibt es noch Karten im Vorverkauf an der Abendkasse.

von Uwe Badouin

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