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Im Disneyland des Grauens

Film: The Cabin in the Woods Im Disneyland des Grauens

Fünf Freunde wollen ein paar Tage in einer einsamen Hütte im Wald verbringen. Doch dann kommt in dem Horrorfilm „The Cabin in the Woods“ alles ganz anders.

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Düster, geheimnisvoll, gefährlich: Marty (Fran Kranz, von links), Curt (Chris Hemsworth) und Jules (Anna Hutchison) erforschen den düsteren Keller der Hütte im Wald.Foto: Universum

Marburg. Horrorfilme verlaufen gerne nach einem ähnlichen Muster: Ein paar Jugendliche fahren in den Wald in eine einsame Hütte, um dort einige Tage Spaß zu haben. Doch dann werden sie hingemetzelt, einer nach dem anderen.

„The Cabin in the Woods“ scheint zunächst in genau dieses Schema zu passen - und stellt doch alles auf den Kopf. Denn Drew Goddard, bislang vor allem als Autor von Serien wie „Lost“ bekannt, kreiert in seinem Regiedebüt eine intelligente, mehrschichtige Grusel-Satire zum Lachen und Fürchten. Schon „Scream“ zeigte im Jahr 1996, wie das Teenie-Slasher-Genre zumindest teilweise persifliert werden kann. So wurde angekündigt, was in Horror-Filmen an dieser oder jener Stelle passieren würde - nur, um genau diese Situationen dann häufig absurd-komisch enden zu lassen. Durch die Ankündigungen möglicher Taten steigerten die Macher jedoch auch die Spannung und waren mit ihrem Genre-Mix so erfolgreich, dass sie noch drei Nachfolgefilme drehen konnten.

„The Cabin in the Woods“ jongliert ebenfalls auf amüsante Weise mit klassischen Grusel- und Horror-Elementen. So besteht die Gruppe Jugendlicher wie so oft aus einer blonden Schönheit, einer Sportskanone („Thor“-Star Chris Hemsworth), einer naiven Jungfrau, einem verpeilten Kiffer und einem schüchternen Außenseiter. Wie sie aber in diesen Rollenstereotypen ihrem Ende entgegensteuern, überspitzen Goddard und sein Ko-Autor Joss Whedon (Schöpfer der gefeierten Serie „Buffy - Im Bann der Dämonen“) ironisch. Hinzu kommen spannungsgeladene Musik, furchteinflößende Typen an schäbigen Tankstellen, langsame Kamerafahrten aus der Entfernung - das alles lässt schon auf der Fahrt zur einsamen Hütte wenig Gutes erahnen.

Parallel dazu spielen schon bald seltsame Wissenschaftler (darunter Richard Jenkins) eine wichtige Rolle, die die Jugendlichen mit Kameras beobachten. Damit bringen Goddard und Whedon die erste Metaebene ins Spiel, durch die der Blick auf das Gruselige aus einer Distanz möglich wird. Doch wie die beiden Fäden zusammenhängen, wird hier nicht verraten. Denn dahinter verbirgt sich, wie nach einigen Wendungen der Geschichte klar wird, eine weitere Ebene, die die Geschehnisse in „The Cabin in the Woods“ in einen fast philosophischen Kontext um die Frage nach dem Sinn des menschlichen Lebens stellt und den Film klar von anderen Horror-Filmen abhebt.

Verkopft ist das aber trotzdem nicht. Die Jugendlichen müssen auch hier um ihr Leben rennen und kämpfen, natürlich meist ohne Erfolg. Das ist blutig und oft äußerst brutal, gerade wenn sie gegen wild gewordene Zombies, aggressive Einhörner und überlebensgroße Wesen antreten. Goddards Werk wird so zu einer einfallsreichen und kurzweiligen Spielerei, wie sie im Horror-Genre nur selten zu sehen war.

Stimmen aus derOP-Sneak-Preview

„Einer der amüsantesten Horror-Filme, wenn man auf Zombies, Tote und Weltuntergang steht“, urteilte Melanie Biher aus Neustadt im Anschluss an die Vorstellung. Begeistert äußerte sich auch Jonas Boßhammer aus Kirchhain: „Oh mein Gott, was für ein brillanter Film!!“

Doch die Meinung der Kinobesucher war zweigeteilt. So zeigte sich Rabea Berthé aus Köln nach der Preview enttäuscht: „Leider eher eine unangenehme erste Erfahrung für eine Sneak-Preview - zu viel Splatter, zu wenig Geschichte.“ Dieser Meinung schloss sich Daniel Thomi aus Marburg in großen Teilen an: „Plumper Horror-Splatter mit unerwartetem Tiefgang am Ende des Films.

Je zwei Kinokarten haben gewonnen: Tina Bornmann aus Gemünden, Katrin Reichel aus Marburg, Simon Schmitt aus Neustadt, Alischa Dietz aus Marburg und Meike Wiegand aus Lahntal. Die Karten werden zugeschickt.

„The Cabin in the Woods“ läuft im Cineplex.

von Aliki Nassoufis

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