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„Ich ermorde anständig“

Elisabeth Herrmann liest beim Krimifestival „Ich ermorde anständig“

Die ersten drei Tage ihres Lebens verbrachte sie in Marburg, jetzt war sie erneut zu Gast: Auf ihrer Lesung verriet Elisabeth Herrmann, dass sie Peter Hoeg verehrt, in ihren Büchern „anständig“ mordet und im Flieger nie Essen erhält.

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Elisabeth Herrmann zeigte sich wohlgelaunt, hatte mit ihrem neuesten Kriminalroman „Zeugin der Toten“ jedoch harten Tobak im Gepäck.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Es sei selten, dass sie ein zweites Mal in einer Stadt lese – sie scheine wohl verbrannte Erde zu hinterlassen, scherzte Elisabeth Herrmann. Nicht so in Marburg. „Hier muss ich mich wohl einigermaßen aufgeführt haben“, sagte die Autorin lächelnd.

Vielleicht liegt es daran, dass sie in der Universitätsstadt geboren wurde? Inzwischen lebt sie in Berlin, hat als Maurerin Geld verdient, ihr Abitur nachgeholt, beim Radio volontiert und viele Jahre als Fernsehjournalistin gearbeitet.

2005 erschien ihr erster Krimi, „Das Kindermädchen“ – zunächst über 50 Mal von Verlagen abgelehnt und dann als bester deutschsprachiger Krimi des Jahres 2005 ausgezeichnet und inzwischen verfilmt. „Ich musste immer machen, strampeln, tun“, sagte die Autorin. Das gehe ihr selbst im Flugzeug so, wo ihr Essen immer vergessen werde.

Elisabeth Herrmann verwebt reale Hintergründe, die deutsch-deutsche Geschichte und fiktive Elemente zu einem wahrhaft fesselnden Lesestoff. Die 60 Besucher im TTZ am Dienstagabend waren allesamt begeistert von ihrer Lesung und nutzten die Gelegenheit, etwas über die Autorin zu erfahren.

Hintergrundwissen zum Beruf ihrer Krimiheldin habe sie von einem Cleaner aus Berlin erhalten. Der könnte Geschichten erzählen, von denen sie ihn sofort abhalten würde, fortzufahren, sagte die Autorin.

Allzu viel „geschlachtet“ werde in ihren Büchern jedoch nicht: „Ich ermorde anständig“, so Herrmann augenzwinkernd. Und damit wird sie auch weitermachen. An einer zweiten Geschichte mit Judith Kepler schreibt sie gerade. Und vielleicht kommt sie dann ja sogar ein drittes Mal zum Lesen nach Marburg.

von Nadja Schwarzwäller

Mehr lesen Sie am Mittwoch in der Printausgabe der OP.

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